Junior Reid "Live in Berkley"
Everton Blender "Live in Berkley"
beide: DVD/CD (Rounder Europe/2b1/Rough Trade - 2007)

Berkley ist wohl für einen Auftritt einer der besten Orte für einen Reggaeartist in den Vereinigten Staaten. Die Uni um die Ecke und ein freier Geist, der noch aus den 68er Zeiten langsam abnehmend durch die Gassen weht. Ein Konzert von Junior Reid liegt nun als DVD mit beigefügter CD vor. Überraschend gut sind sowohl die Ton- als auch die Bildqualität. Da hat man bei 2B1 schon ganz andere Sachen gesehen. Junior Reid erweist sich vor der gut aufspielenden Begleitband als versierter Sänger mit Charme. Insgesamt gibt er 18 Titel zum besten und hat das Publikum offensichtlich im Griff. Einen guten Mixer hatten sie ebenfalls vor Ort, den die Dubeffekte sind präzise gesetzt. Da ärgert man sich ein wenig, nicht dabei gewesen zu sein. Als Bonus gibt es ein eher überflüssiges Interview bei dem es besser gewesen wäre, ein extrenes Mikro zu verwenden, da man Junior Reid nicht besonders gut verstehen kann, den Interviewer und zugleich Mann an der Kamera umso besser.
Und weil alles gerade ganz gut zu klappen schien, hat man gleich auch noch den Auftritt von Everton Blender mitgeschnitten, der, geht man von den Klamotten der Begleitband aus, am selben Abend stattgefunden hat wie der von Junior Reid. Verpackungstechnisch hat da der Zeichner ein wenig danebengegriffen, denn so bekloppt wie auf der Zeichnung sieht der gute Mann nicht aus. Im Gegenteil: wirkte Junior Reid eher verschlossen und in sich gekehrt, präsentierte sich Everton Blender als sympathischer Entertainer. Ganz nett ist ebenfalls, dass Isha Blender - wohl die Tochter - das Set mit einem Song eingeleitet hat. Die junge Dame hat es offensichtlich auch dem Kameramann angetan, denn bei etlichen Liedern, wie etwa "I Love Jah Jah", steht sie ebenbürtig im Bildmittelpunkt, auch wenn sie nach ihrem Intro "nur" als eine von zwei Backgroundsängerinnen gelegentliche Passagen sowie etliche "Uh Uuuuhs" oder "Ohhhhhhhs" beisteuerte. Insgesamt gibt Everton Blender 20 Tunes zum besten. Durch und durch gut gelaunt. Beim Bonusinterview verhält es sich ähnlich wie bei Junior Reid - die Tonqualität ist mäßig.

Karsten Frehe

www.roundereurope.com

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