Hier mein Text aus dem aktuellen Riddim-Mag:
Dicke Beats mit Echoschleifen und allerlei anderen Effekten werden bekanntlich in allerfeinster Qualität in Berlin geschraubt. Selbstverständlich auch woanders, doch gerade Berlin hat sich in Sachen Dub zur heimlichen Hauptstadt des hierzulande viel zu wenig beachteten Genres gemausert. Einer der wichtigsten, dort ansässigen Dubheads ist Aldubb. Zusammen mit Bigfinga aka Josie Coppola entstand das vorliegende Album „BigDubb“ (One Drop Music). Will man zur Kategorisierung eine Genre-Schublade bedienen, so passt „Roots“ am besten – Musik mit mächtig Tiefe und weit zurückliegenden Wurzeln also. Josie ‘Bigfinga’ Coppola kennt man auf jeden Fall als Schlagzeuger von The Evolution, der Band von Gentleman, oder Feueralarm. Der Ausnahmeschlagzeuger ist neben seiner Tätigkeit als Musiker auch als Produzent tätig. Gemeinsam mit Feueralarm entstanden so die Riddims für das Album. Im Verlauf von zwei Jahren haben sich einige Artists eingefunden, die die Riddims veredelt haben: Chezidek, Joseph Cotton, Black Dillinger, the late Sugar Minott und Luciano - ein Lineup, das es in sich hat! Zwei der Tracks lassen sich im „Original“ auf anderen Veröffentlichungen wiederfinden: Chezidek verwendete „War Tankers“ auf seinem letzten Album und Luciano's „How Long“ erschien im Rahmen der Devil's Angel Riddim-Selection von Supersonic. Nur eben nicht gedubbt. Doch wie geht man eigentlich vor, bis aus Riddims oder gar kompletten Liedern der finale Dub wird. Dazu Aldubb: „Das ist jedesmal unterschiedlich. Meistens fange ich mit Drums und Bass an, und mixe mir erstmal ein pumpendes Fundament... dann kommen nacheinander alle Instrumente dazu, sodass man es als „normalen“ Song anhören kann... nachfolgend geht’s los: erstmal wieder alles muten, was nicht unbedingt notwendig ist! Ich spiele dann mit den Spuren herum, probiere verschiedene Effekte und arrangiere damit den Song im Prinzip nochmal neu“. Wie auch schon bei vorherigen Veröffentlichungen entstanden auf diese Art feine, fast schon meditative Dubversionen, deren Qualität ihnen Zeitlosigkeit bescheren wird!Irgendwie scheint sich bei der redaktionellen Nachbearbeitung in Köln ein zweites "in Berlin" in den ersten Satz gemogelt zu haben. Das sieht doof aus, ist aber nicht auf meinem Mist gewachsen
DICKES ALBUM!Karsten