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Ich finde es ziemlich inkosequent sich von der Reggae Musik Power geben zu lassen und diese in erster Linie schwarze Musik dann hier in bester Plantagenbesitzer-/Sklavenhaltertradition umzudeuten.
Ich denke dazu passt auch der neue Güldner-Artikel in der Riddim.
Ulli Güldner hat sich mit dem Versuch in diesem Artikel dann auch noch witzig oder ironisch-bissig zu sein keinen Gefallen getan. Damit verwischt er selbst die Grenze zwischen Pose und Haltung und das lässt diesen Artikel auf Schülerzeitungsniveau fallen.
Schade, denn das Anliegen ist richtig. Ein Fazit ist, das man unterscheiden sollte, z.B. das »Roots« sich aus der Message und nicht musikalisch und schon gar nicht als der »gute alte Reggae« definiert. (Übrigens wird diese Unterscheidung in der selben Riddim oft genug wieder fallen gelassen – auch von Gentleman)
Und genau hier kommen wir zum Punkt. Ist die Diskussion um Diskriminierung/Homophobie eine Diskussion auf Jamaika? Oder gar eine Diskussion zwischen Performern, denen die auf der Bühne stehen, die definieren wollen was man auf der Bühne machen kann und was nicht?
Nein, die Diskussion ist hier und wird geführt von Leuten, die zeigen wollen wie gut sie in ihrem Reggae-LK aufgepasst haben. Und zack, haben wir da wieder die alten Fronten: »»Die tun als wären sie Gangsta-Rapper« gegen »Ihr wollt immer nur One Love, One Eierkuchen«.
Verkürzen kann man das so: Wer hört den richtigen Reggae und wer hört ihn mit der richtigen Haltung?
Vor Jahren gab es ähnliche Diskussionen in der deutschen HipHop-Szene. Eine Endmarke gesetzt hat da Smudo (oder Thomas D?) mit der Aussage »We come from the Mittelstand«. Für mich sagt er damit: Die Musik kommt durch meine Ohren in mein Gehirn und wird von mir verstanden, wie ich geprägt bin.
Das heißt für mich: mit diesem diskriminierenden Scheiß will ich nichts zu tun haben. Das heißt aber nicht, dass ich mich zum Plantagenbesitzer über ein Sklavenheer erhebe oder gar Texte umschreiben will, aber ich kann entscheiden, was ich hören will und was nicht. Ein Grund warum ich Reggae lange nicht gemocht habe war in den 80ern Boy George mit »Do you really want to hurt me«.