Dub Camp Rieben
Rieben, 5. bis 7.6.2009

Schon mal nach einem reinen Dub-Festival gesucht? Vom 05. bis 07. Juni durfte in Rieben bei Beelitz in Brandenburg gemeinschaftlich erlauchter Dubsound genossen werden. Sehr familiär ging es zu. Das lag sicher zum einen an der lauschigen Location: Wald und Wiesen prägten die Umgebung um Zelte und Wohnmobile. Kein Haus weit und breit. Zum anderen ist es der Berliner Dub-Szene gelungen, sich selbst ein schönes Fest zu schenken.

Zur Intention ein kleiner O-Ton aus dem Vorgespräch von Mitorganisator Ben:

Nachdem ich nun mit allen gesprochen habe, sind wir zum Schluss gekommen, dass wir dich plus eine Person gerne einladen, aber zwecks Werbung wir es bei diesen 1. Festival so klein wie möglich halten wollen, weil wir sonst befürchten müssen, dass es unsere Kapazitäten überlasten würde. Da wir uns Mühe geben, diesem Fest eine gemütliche und geborgene Note zu geben, bitte ich keine Vorankündigungen auf etwaigen Plattformen zu unternehmen.“

Das ist durchaus sympathisch. Genau wie die Tatsache, dass kein Eintritt bezahlt werden musste, sondern ein geringer Unkostenbeitrag von 5,- Euro. Außerdem sei noch darauf hingewiesen, dass es mit der Gemütlichkeit und der geborgenen Note äußerst gut geklappt hatte. Kulinarisch wurde Ital Food zu Kostenaufwandsentschädigungspreisen verkauft und auch der Dubpub, der die Getränkeversorgung übernahm, zeigte sich ebenfalls weit abseits jedes kommerziellen Grundgedankens. Nahezu alle Stände waren aus herum liegendem Holz aus dem angrenzenden Wald erbaut, was die persönliche Note abermals mit Edding unterstrich. Soviel zur Stimmung und der Location.

King David Soundsystem

Protagonist des Dub Camps war eindeutig das „King David Soundsystem“. Eine mächtige rote Wand, die ihresgleichen sicher erst noch mal finden muss. King David zu den Maßen: „10.000 Watt, mit Sicherheit 100 dB Lautstärke!“ Alles klar. Fertig sei sie noch nicht, es wird weiter gebastelt. Aber sie ist bereits spielfähig. Das war nur schwer zu überhören. In unserem Wohnmobil haben ehrlich die leeren Club-Mate Flaschen gemeinschaftlich zum Bass vibriert. Große Überraschung war das Set von Ganjaman. An dieser Stelle ein „Big Up“ an alle beteiligten Sounds. Durchweg sauber selektierter Dub, nur wenige Ausflüge in den Bereich Dubstep. Danke schön.

Braintheft

Highlight des Festivals war mit Sicherheit Braintheft (http://www.myspace.com/braintheftmusic) aus Berlin am Samstag, die sich mit ihrer umfangreichen Ausrüstung in die Kids-Corner gequetscht hatten. Sehr zu empfehlen, was die vier Herren da aus ihren Instrumenten raus geholt hatten. Dass sie unangekündigt waren, machte die Sache umso spannender.

Sattatree

Die insgesamt zweite Live-Band hört auf den Namen Sattatree. Und die kamen im Bus angefahren, bauten eine kleine Bühne auf, schlossen fix ihre Sachen an und legten los. Leider nur zur Hälfte gesehen, aber die war gut.

Gaggeldub

Sehr erfreulich war die Bekanntschaft mit Gaggeldub. Hierbei handelt es sich um ein mobiles Producing-Soundsystem, ausgestattet mit einer Roland MC 303, einer Electribe EMX und dem dritten Kaoss Pad. Dazu eine Tastatur, eine BOSS RC-50 Loop-Station, Mixer und Mikrofon. Absolutes Highlight ist die Stromversorgung über die Solarzellenanlage auf dem Dach. Constructor Marsipulami-Man erklärt die Schaltung, Operator Miss Weedy dreht gleich einen Riddim. Sofort gesellen sich andere Musiker dazu. Die Blasharmonica tut ihren Job, und Mandina holt die Violine raus. Ein gutes Team, immer für eine Improvisation zu haben. Gaggeldub ist übrigens als nächstes beim Weedbeat-Festival und bei der Dub-Station bei der Fusion. Absoluter Hingucker, und auch die Ohren müssen auf nix verzichten. Klickt einfach mal www.gaggeldub.de.


Miss Weedy, Mandina & Marsipulami Man


Ganjaman im Soundsystemzelt

Dub Camp Rieben sollte sich der anständige Dub-Fanatiker schleunigst in seinem Notizbuch verzeichnen. Denn nächstes Jahr soll es hoffentlich wieder stattfinden. Mehr Infos unter: www.myspace.com/dubcamprieben.

Text und Fotos: Andreas Kreichelt (06/2009)