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Tatendrang
Es fährt ein
Zug vorbei und du merkst nicht, dass es deiner war,
wir denken, wir wären frei, doch in Wirklichkeit kommt keiner klar
und alles, was dir Hoffnung gibt, das redest du dir ein, ganz allein
und unsren großen Plan, man, den bilden wir uns ein, ja, kann es
möglich sein?
Wir können Papier verteilen und ins Megaphon schreien
dass wir uns damit beeilen, uns zu befreien
von den ganzen Lügen und von den ganzen Fragen
obwohl wir keinen tragen, platzt uns heute echt der Kragen
Und wir müssen uns sputen, wenn wir nach festgelegte Routen
durch die Strassen ziehen, um zu demonstrieren
dass wir viele Dinge ändern wollen
dir wir selbst nicht mal kapieren
Wir sind wie Statisten in einem Film, der nicht mehr läuft
doch wir wollen meutern auf einem Kahn, der nach Plan ersäuft
und wenn uns manchmal auffällt, wie krank wir davon sind
ist das einzige, was uns aufhält unser Herz, weil ein Stein nicht
schwimmt
Die Folgen sind nicht absehbar von dem Wahnsinn, den wir unterliegen
und wir mimen gern den Nachtschläfer, zugeknöpft, brav und verschwiegen
das, was wir erfahren, ist mehrmals durchdacht, das, was längst bekannt
ist, kommt für uns über Nacht
noch feiern wir uns selbst in unendlichem Licht doch für ein klaren
Blick scheint der Nebel bald zu dicht
Ich sehe uns wie Kinder staunen und mit großen Augen
dastehen, völlig vom Unsinn fasziniert
nichts als ein klugen Spruch auf Lager, sieht man den an Baader
was passiert, wenn man's auf eigene Faust probiert?
wir sind viel zu sehr damit beschäftigt,
unsre eigenen Theorien zu verstehen und zu verdrehen
anstatt aufeinander zu zugehen, bleibt die Ruhe groß doch tatenlos
sparen wir Moos und warten bloß
Wenn die Liebe das ist, was uns lebendig hält
warum suchen wir dann sie oft ein Leben lang
Wenn man fliegen will, doch merkt, dass man nur ständig fällt
warum fangen wir dann nicht von vorne an
Wenn du allein dastehst in einer dunklen Welt
warum schenken wir dann dir nicht mehr Tatendrang
Wenn ich nicht mehr weiter weiß, weil mich der Scheiß grad
zu sehr quält
hab ich mich bei der Wahl meines Weges wieder mal verwählt
Traumfrau
Du bist meine Traumfrau
und ich schwärm von dir seit langem
doch scheinbar hast du bisher nur mit andern abgehangen
denn von Anfang an probier ich dir zu imponieren
und steh unter dem Zwang, es immer wieder zu probieren
Meine Traumfrau, ey, ich schwärm von dir seit langem
doch scheinbar hast du bisher nur mit andern abgehangen
denn von Anfang an probier ich dir zu imponieren
und spüre diesen Drang, mich für dich zu verlieren
Jemand wie dich hab ich echt noch nie gesehen
bist vielversprechend, unberechenbar und voller Ideen
Lässt dich tagelang nicht blicken, trotzdem bleibe ich entspannt
weil deine Uhren anders ticken, nehme ich gern auch meine Hand
Doch den Drang nach dir zu stillen, fällt mir zunehmend schwer
ich fühl mich zunehmend leer, denn ich komm dir nicht näher
sag mir, was trennt uns und wer steht im Weg
ich dachte, du wärst Single, oder komm ich doch zu spät
Ich sehe dich in Clubs tanzen, aber trau mich nicht
auf dich zu zugehen, nach andren Tussen schau ich nicht
Für ne Frau wie dich muss ich was Besonderes sein
es ist wie verhext, ich kann mich nicht von dir befreien
Als wenn ich das wollte, bin mir meiner Sache sicher
hab das Leben eigentlich satt, nun bin ich für dich da
mir ist nicht ganz klar, warum du so passiv bleibst
obwohl du mir die ganze Zeit sehr viel von dir zeigst
Du hast genau das Gesicht, dass ich aus der Werbung kenn
in der du zu mir sprichst, ohne meinen Namen zu nennen
Du lächelst mir zu, wenn ich mir Hefte kaufen geh
in denen du erscheinst und weil ich drauf steh
besuch ich dich im Netz oder buch dich auf der Straße
mir geht's nicht um die Person, sondern um exakte Maße
nur das turnt mich an und ich will, dass du mich findest
ich tu, was ich kann, damit du was mit mir verbindest
Brauchst du es hart wie Stahl, willst du ein ganzen Mann
der nachts Gewichte stemmt und trotzdem tanzen kann
dann bin ich das Nonplusultra, keine Nummer zu klein
der ideale Partner, viel zu lange schon allein
wenn nicht, halb so schlimm, ich hab ein Riesen-Repertoire
wie wär's mit schüchtern oder etwas unnahbar?
Ich kann auch Yogi-Tee schlürfen und Siddhartha rückwärts
lesen
ein weiser Prophet, was andres bin ich nie gewesen
Falls du doch auf dumme Sprüche stehst, muss ich wohl noch üben
das krieg ich schon gebacken, schließlich will ich dich verführen
spiel den Typ, der tut, als wenn er übt mit Mut
selbst wenn ich dir nicht gefalle, kommt nicht früh die Wut
Ich unterwerfe mich dir, meinetwegen dominant
bin der heilige Mephisto, David Bowie, der Punk
Ich schnipp mein Verstand weg, wenn ich mein Rand leck
den Kopf in den Sand steck und nicht bei dir aneck
All das Negative, das sich angestaut hat
flaut ab, du bist das, was ich mir nie getraut hab
so verdammt wilde, du führst doch was im Schilde
egal, was du tust und wo du post, ich bin im Bilde
Schalt dich ein, zieh dich runter, leider nicht die Klamotten
Süße, das bleibt unter uns, Kumpels würden mich verspotten
doch wenn sie vom poppen reden, denken alle an die Gleiche
um die Finger gewickelt von deiner Warteschleife
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