Jah Shaka auf dem Killasan Soundsystem, Berlin, 13.09.15

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“Jah Shaka in Berlin?! Der Shaka? Das kann nicht stimmen, das wär’ doch ein Event gewesen, das schon im Vorfeld für Begeisterung und online wahrnehmbare Vorfreude gesorgt hätte!”

So meine ersten Gedanken, als ich den Tweet von Wax Treatment gesehen habe. Am Freitag wohlgemerkt. Das Event dann am Sonntag, Treffpunkt 14:00 Uhr vor dem Hard Wax Store.

Eine Anmeldung war erforderlich und in der Bestätigung war dann folgendes zu lesen:

Please note that Talent Ventures Ltd will be filming and photographing the event and such footage may be used in a documentary film which is being funded by Phillip Morris International (Marlboro). The film will be unbranded and will be published on an unbranded digital platform funded by Phillip Morris International (Marlboro). By being present at the event you confirm you are over 18 and consent to being filmed and/or recorded. Talent Ventures Ltd will be entitled to make full use of the footage in all current and future media worldwide without any liability or payment to you, including permitting others (including Phillip Morris International (Marlboro)) to do the same.

Die Doku, hieß es dann auf dem Event, würde sich um Mark Ernestus drehen, seineszeichens unter anderem Mitbegründer von Rhythm & Sound. Unter der Hand munkelte man wiederum, es würde sich weiterhin auch um das Killasan Soundsystem drehen, aber das würde ich als das behandeln was es ist: ein Gerücht.

Mir bereitete der Absatz Bauchschmerzen, das Bedürfnis Jah Shaka zu sehen und insbesondere zum ersten Mal wieder das Killasan Soundsystem zu hören, seitdem es aus dem Horst Krzbrg nach Schönefeldt verfrachtet wurde bzw. fast ausschließlich dort zu hören war, war größer.


Ich spezifiziere den durchgestrichenen Absatz hier, da er offenbar zu Irritationen führte: Mir bereitete der weiter oben zitierte Absatz zur Finanzierung der Veranstaltung durch einen Tabakkonzern Bauchschmerzen, das Bedürfnis Jah Shaka zu sehen und insbesondere zum ersten Mal wieder das Killasan Soundsystem zu hören, seitdem es aus dem Horst Krzbrg nach Schönefeldt verfrachtet wurde bzw. fast ausschließlich dort zu hören war, war größer. Halte ich das Sponsoring für fragwürdig? Vollends. Steckte hinter dem Zitat eine Werbeabsicht? Ganz sicher nicht! Ich hielt es für wichtig, diesen Fakt transparent zu machen. Ich hätte es verschweigen können und keiner außer den Anwesenden hätte es mitbekommen. Das hätte ich für weit fragwürdiger gehalten. Zum Rest des Feedbacks auf diesen Artikel nehme ich weiter unten in den Kommentaren Stellung. Ihr seid herzlich eingeladen mit uns zu diskutieren!


Gegen 14:00 Uhr trafen wir uns also, gekommen waren viele Gesichter, die man ohnehin häufig auf den einschlägigen Dub-Sessions sieht. Es wurde ein Reisebuss gechartert, der uns dann in das ca. 45 min. entfernte Kiekebusch brachte. Dort angekommen, wurden wir auf das Gelände geleitet und schon von weitem hörte man einen der Trademark Tunes von Rhythm & Sound schlechthin: Rhythm & Sound & Cornel Campbell : “King in my Empire”. Klingt nach einem guten Script? Fühlte sich auch so an.

Nach verschiedenen Warm-Ups, unter anderem von Mark Ernestus (wunderbares Set im Übrigen!) war dann irgendwann Shaka an der Reihe. Der Mann ist verdienterweise eine Legende und hat ein wunderbares Händchen dafür, immer die richtigen Tunes zu zücken. Wäre Platten auflegen Lottospiel, Shaka würde keine Nieten ziehen! Aber ein guter Tune ist nur die eine Hälfte, das Soundsystem auf dem gespielt wird die andere. Und so trafen hier also gute Tunes auf das Killasan Soundsystem. Ein unglaublich warmer, ausgewogener und kraftvoller Sound, der für mich zumindest in Berlin – wenn nicht gar Deutschland –  seinesgleichen sucht. Hatte ich es im Horst Krzbrg damals noch hauptsächlich im Wax Treatment Kontext gehört, war es dieses mal das erste Mal mit ausschließlich Dub / “Roots. Reggae. Music.” (Zitat Shaka).

War der Sound und die Auswahl der Tunes exquisit, so war doch die Atmosphäre etwas befremdlich. Die Tanzfläche war für das Kamerateam hell ausgeleuchtet, immer wieder lief ein Kamerateam durch das Publikum. Es ist nicht so, dass man nicht gewusst hätte worauf man sich einlässt, aber Stimmung kam dann leider doch nur sehr begrenzt auf. Dennoch bin ich sehr dankbar dafür, sowohl Killasan als auch Jah Shaka gesehen zu haben, noch dazu quasi geschenkt.

Anbei noch ein paar Bilder, leider nur vom Handy. Sollte jemand schönere Bilder haben, dann gern per Mail an irieites@thomasdalichow.de, ich trage sie dann hier nach (max. 15MB pro Mail).

Thomas Dalichow

TwizzyDizzy

About TwizzyDizzy

Linux systems engineer by day, music junkie by night. Into reggae since 1998, into dub since some years later. Soundsystem fanatic & bass fetishist, jazz lover and Chopin admirer.