The Rockers Disciples meet The Producers “Sounds From The Ark” (Blackboard Jungle)

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The Rockers Disciples meet The Producers
“Sounds From The Ark” – 12 Inch / CD (zwei Bonus-Tracks)
(Blackboard Jungle – 2016)

Wir können wohl bei Irie Ites bald die Tricolore hissen, wenn das so weiter geht, denn schon wieder erreicht uns hier eine Scheibe auf Frankreichs Klassenprimus Blackboard Jungle. In Roberto Sãnchez’ A Lone Ark Studio trafen sich großartige Musiker und Sänger und spielten ein wahnsinnig dynamisches, warmes Album ein, das sogar durchgehend auch ohne Stimmen funktionieren würde, denn die Stücke sind perfekt arrangiert, instrumentiert und gemixt – pure Freude für das Ohr. Analog zum aufwändig illustrierten Cover, in dem jedes Element seinen ganz eigenen Platz hat und das Artwork sehr stimmig wirken lässt, sitzt hier in jedem Song jedes Instrument, jedes Echo und jeder Rim-Shot genau am richtigen Platz. Ihr merkt es, ich bin begeistert!

Einzelne Tracks hervorzuheben fällt schwer, aber ich will es versuchen. In den wenigen Vorschauvideos zum Album gab es bereits den Track “Lightning & Thunder” zu hören: Ein kurzes Drum-Solo als Einleitung und dann ein drückender Bläsersatz, der sich gewaschen hat und sofort einen Ohrwurm für Tage bereitet, gleichzeitig eine warme Bassline die hier den Bläsersatz spiegelt und uns in eine Passage überführt, in der beinahe ausschließlich Drums und Bass agieren, im Hintergrund einige Artefakte eines Pianos die uns dann später gemeinsam mit der Rhythmusgitarre wieder in den sich anschließenden Refrain katapultieren… eine tolle Reise!

Der zweite Track, der in den Trailern kurz angeschnitten wurde, ist “Earth Rumbles” – gleichzeitig mein absolutes Highlight dieses Albums: der Track steigt etwas depressiv, ja geradezu bluesartig ein, kriegt aber nach einigen leichten Pianozitaten und einer in’s Echo abgleitenden Hammond-Orgel die Kurve. Dann ein kurzer Abstecher vorbei an einem Jazz-Klavier hin zu einem Flötensolo, das mal schön fünf gerade sein lässt. Ein ganz wunderbares Beispiel dafür, dass Reggae eben nicht immer einfach nur Reggae sein muss und Zitate aus anderen Musikrichtungen unglaublich bereichernd sein können.

Ihr merkt unterdessen wohl, warum ich oben schrieb das dieses Album auch gänzlich ohne Sänger funktionieren würde, aber trotzdem gibt es diverse Vocal-Tracks z.B. mit einem grandiosen Roberto Sãnchez (brilliant auf “Same old story”) und Prince Jamo, dessen stimmlichen Potenzials ich ja sträflicherweise erst kürzliche vollends gewahr wurde. Zu Gast auf dem Album sind im Übrigen auch Don Fe (Flöte sowie Hammond-Orgel), Nish Waddada (Chor in “Water of Life”) und Ras Divarius (Violine) – um nur einige zu nennen.

Nun will ich euch weitere Ausschweifungen ersparen, das würde euch ja doch nur die Zeit rauben in der ihr bereits das Album vom Plattendealer eures Vertrauens bestellen könntet!

Wenn da nicht noch etwas ganz Großes am Horizont auftaucht dieses Jahr, steht mein Album 2016 schon jetzt fest. Mit meiner Meinung scheine ich auch nicht allein dazustehen: bei den Kollegen von dubmassive.org aus Polen klingt das ganz ähnlich. So… ich bin jetzt erstmal ein paar ältere Releases von allen beteiligten hören, mal sehen was es dort noch an Schätzen zu heben gibt!

Thomas Dalichow

TwizzyDizzy

About TwizzyDizzy

Linux systems engineer by day, music junkie by night. Into reggae since 1998, into dub since some years later. Soundsystem fanatic & bass fetishist, jazz lover and Chopin admirer.