Danakil meets On Dub Ground (Baco Records)

Danakil meets On Dub Ground
(Baco Records – 2017)

Wer Danakil kennt, vergisst am besten erst einmal alles, was sie/er schon weiß. Wem Danakil gar nichts oder nicht viel sagt, der/dem sei vorab gesagt, wer das ist und weshalb sie relevant sein könnten. Egal, wie man das Album findet, es liefert eine breit angelegte Definition von Dub bzw. Musik auf Grundlage von Dub und auf dessen Spielfeld. Die hier abgedeckte Bandbreite erreicht wohl von den aktuellen internationalen Artists sonst nur Alpha Steppa. Danakil machen „nur“ Musik – auf einen Hörspielanspruch oder „Kino im Kopf“ wie bei Stand High Patrol braucht man hier nicht zu warten, ein In-die-Länge-Ziehen à la Dreadzone (mit Anleihen bei Filmmusik, Ambient und ansatzweise indischem Raga) gehört hier ebenfalls nicht zum Dub-Verständnis, und ganz so innovativ-interkulturell wie Thornato auf dem Album „Benno“ möglicherweise gänzlich neue Zielgruppen für Dubverwandtes erschließt, trauen sich Danakil nicht zu sein. Aber es hat sich etwas getan seit ihrem letzten Album vor einem Jahr. Denn reizen sie auf der Fläche von 13 Tracks das meiste aus, was es im Dub der 2010er Jahre bisher gab, inklusive älterer eigener Songs, und fügen etliche neue Akzente hinzu. Das liegt sicher auch an der Kooperation mit On Dub Ground.

Wer sind Danakil? Danakil sind mehrere, eine Band, die Musik mit akustischen Mitteln live und im Studio erzeugen kann, aus dem Großraum Paris stammt und aus deren Kreisen das Label Baco Records hervorging. Danakil leistet sich einen eigenen Trompetenspieler, einen Keyboarder, zwei Sänger und zwei Leute für Drums und Perkussion­ – keine klassische Reggae-Besetzung und in Zeiten synthetisch erzeugter Musik ein großes Plus und der erste Grund, weshalb Danakil eine relevante Größe sind: sie wissen, wie man’s handwerklich ohne Laptop, Loops und Synthie-Drums machen kann. Weitere Besonderheit ist ein Saxophonist als fester Band-Bestandteil, wobei der nun gerade aktuell wechselt – denn der Saxophonist war bisher Mathieu (auch genannt Das oder Mat), der Manager und der Hauptorganisator des Labels Baco – ausfüllende Aufgaben, die jetzt einen zweiten Saxophonisten erfordern. Die Verbindung zu Baco ist ein zweiter Grund, weswegen Danakil relevant sind; immerhin kümmert sich dieses Label um einen Teil der Protoje-Konzerte und Plattenverkäufe in Europa und ist einer der wichtigsten Player in der französischen Reggae-Szene. Zudem  versucht sich das Unternehmen mit einer fairen Preisgestaltung via Online-Shop in der Vermarktung auch einiger weiterer ausgewählter physischer Tonträger. Ein dritter Punkt, der Danakil relevant macht, war bisher der Beweis, dass langsame, lange und meditative Musik ihren Platz im immer dance-lastiger werdenden europäischen Musikgeschehen hat, ohne dabei auf tanzbare Sounds zu verzichten; Tanzbarkeit ist hier aber frei von Hiphop-Bauteilen, frei von Major Lazer-artigen Verzerr-Effekten, frei von zur Schau gestelltem Auto-Tuning, frei von hymnischen Jammer-Hooklines zu euphorisiert pochenden Beats und frei von den manisch-depressiven Gefällen zwischen Strophe und Refrain des aktuellen Radio-Pop (und von diesem Trend ist Danakils Album-Gast Patrice und sind große Teile der französischen Reggae-Szene nicht ausgenommen). Alles Überdrehte, Hysterische schien Danakil bislang fremd, und man hätte sich das 2014er-Album „Entre Les Lignes“ gut als Beschallung eines Slow-Food-Restaurants (von denen es in Frankreich viele gibt) vorstellen können. Ein vierter Aspekt, der sie in Frankreich sehr relevant und bei uns sehr irrelevant macht – sie machen keinen Song ohne Texte auf Französisch. Selbst wenn englischsprachige Gäste hinzutreten, sind Teile des Songs in französischer Sprache – so wurde es bisher gehandhabt, und diese Regel bleibt auf dem neuen Album (fast) erhalten. Für deutsche Ohren mag das eine Barriere sein, in Frankreich gilt so etwas überwiegend als Zeichen von Authentizität.

Bereits der Name „Danakil“ zeigt, dass die Texte auf Englisch nicht gerade leichter durchdringen würden. Danakil ist einer von mehreren Name einer Ethnie (auch die Afár oder die Taltal), also ein Pluralwort, quasi die Danakil. Darunter werden circa 1,6 Millionen Menschen, die meist als Kamel- und Ziegenhirten leben, im Dreiländereck Äthiopien, Eritrea, Dschibuti verstanden. Teile des Lebensraums der Danakil, überwiegend Wüsten, teilweise Hochgebige mit Vulkanen und Talsenken mit Salzseen (gefüllt mit Wasser aus dem Roten Meer), konnten ihre Unabhängigkeit behaupten – gegen jegliche Kolonialisierungsansätze, wie es sie in den umgebenden Landgebieten gegeben hatte (durch muslimische Sultanate, das Osmanische Reich, die britische Krone, ägyptischen Adel wie auch das italienische Königreich). Somit steht dieses Territorium in der Reggae-Symbolik für die Nichtunterdrückbarkeit. Die Texte von Danakil enthielten bisher oft Symbol-Rhetorik und historische Querbezüge in die letzten Jahrhunderte, die sich Unbelesenen nicht sofort erschließen. Auch das Springen zwischen verschiedenen Ebenen von Umgangsfranzösisch zu literarisch-metaphorischer Sprache und eine hochfrequente Verwendung von Symbolen, Pars-pro-toto-Stilmittel und (schiefe?) Metaphern machen es selbst mir mit Französisch-C1-Niveau nicht leicht, die Texte zu durchblicken. Beispielsweise heißt es im bislang wohl bekanntesten Song „Héritiers Du Sort“ von 2011:

„Fatigué d’entendre le Pape en Afrique, clamer que l’amour de dieu rejette le plastique, Malade, et cet écorché de la feuille incite en ces fidèles a mourir la larme a l’œil.”

Man könnte das so übersetzen: “Genug davon dem Papst in Afrika zuzuhören, wie er behauptet, dass die Liebe das Plastik zurückdrängt, krank, und dieses […] löst in diesen Gläubigen aus, die Träne im Auge zurückzuhalten.“ Plastique reimt sich schön auf Afrique, allerdings kann ich mir unter dem Satz vieles und nichts vorstellen. Plastikmüll? Illusionen und Künstlichkeit von Promi-Besuchen? Plastik-Schlauchboote von Schlepperbanden? Der Ausdruck „écorché de la feuille“ war mir unübersetzbar – Vorschläge können gerne unter diesem Textbeitrag eingereicht werden.

Ausgehend von diesem Beispiel, das die Schwierigkeit zeigen soll, versuche ich mir einzugestehen, dass ich dieses neue Album nicht hinsichtlich der Texte rezensieren kann – zu schwierig. Auch eine Interview-Vorbereitung, sollte sie hinausgehen über Standardfragen  („Wie seid ihr zur Musik gekommen und wer hat euch am meisten beeinflusst?“), ist „tricky“.

Die Einzelanalyse: Der 1. Track „EchoSysDub“ spielt namentlich auf das Ökosystem an. Tatsächlich überzeugt mich das. Das Auditorium von Danakil stelle ich mir Fahrrad fahrend, im Bio-Markt einkaufend und in Kenntnis der Inhaltsstoffe jedes genutzten Kosmetikprodukts vor. Der Song ist soundtechnisch frisch, hat ein einigermaßen hohes Tempo und definiert Dub als elektronische Unterart. Es fiept und hämmert – ein paar „space“-ige Loops und der Griff in die Blubber-Trickkiste lassen vor meinem inneren Auge sofort Disko-Stroboskop-Licht entstehen. Ich hätte auf den Tune dennoch gut verzichten können, denn wenn man ihn drei Mal hört, erinnert er doch mehr an Industriehalle als an Bio-Supermarkt. Distanzierte und übertechnisierte Musik sind leider nicht mein Ding. Damit wenden sich Danakil auch von den bisherigen Alben ab. Dabei ist dieser Opener auch der Opener von „La Rue Raisonne“ , dem letzten Album. Mit echtem Schlagzeug und Saxophon im Vordergrund fand ich das Lied besser. Es ist tatsächlich nun durch die andere Instrumentierung ein anderer Song entstanden.

Track 2 ist die schöne Single „32 Mars“ in neuem Gewand namens „33 Mars“. Die 33 könnte auf die 33 1/3 Umdrehungen beim Vinyl-Longplayer verweisen. Jedenfalls versetzt uns der Track zum Start in analoge Produktionszeiten zurück, ganz im Kontrast zum Song davor. Die Stimme des Danakil-Sängers wird beiläufig nach hinten gemischt und das Intro (die ersten 37 Sekunden) klingen ästhetisch nach altem Detroit-Techno und Deephouse und überlassen uns kurz einer Trance-Schleife. Im Grunde ist das die größte Kunst von Danakil, die Hörerin oder den Hörer mit warmer und melancholischer Musik einzufangen und zugleich ihrer/seiner eigenen Mitte näherzubringen – und zwar anders als Folk-Musik durch einsames Geklampfe es tut, sondern gerade durch das dicke Aufstreichen von Sound-Schichten, durch das Signal: „Du bist hier nicht allein, wir sind ein ganzes Orchester und haben Lust dich auf eine Reise mitzunehmen und haben luxuriöserweise ganz viel Input und Klangdichte für dich.“ Jedenfalls sparen Danakil nicht an Mitteln, um aus jeder Ecke, jedem Lautsprecher eines Dolby Surround-ausgestatteten Raumes ein neues Tonsignal, einen neuen Effekt herauszukitzeln. Joseph Cotton ist hier zu Gast und übernimmt einen englischsprachigen Part. Joseph Cotton, ein Jamaikaner, der schon mit Joe Gibbs gearbeitet hat und dieses Jahr 60 wird, ist kein Neuling im französischen Dub – auch der junge DJ Biga Ranx aus dem französischen Tours hatte ihn in dem sehr liebevoll gebauten Song „Hate“ 2015 zu Gast, ebenso 2011 im Track „Borderline“. Biga Ranx lässt ihn wirklich was sagen, während Danakil die Stimme hier seltsamerweise von den Beats verhackstücken lassen. Dub ist hier definiert als: hart geschnittene Beats zum Tanzen – gar nichts Meditatives. Cool, aber hypermodern.

Track 3 hat Patrice an Bord. „Paris La Nuit” von 2016 wird hier zum “Parisian Dub”. Der Song beginnt mit Paris als Stadt der Liebe, klingt aber nicht nach Liebe, sondern vor allem nach Stadt. Ich stelle mir Jugendliche nach einer Holi-Party vor, die rosa und lila glänzend um 3 Uhr noch in einen hippen unterirdischen Berliner Club gehen, wo 0,33 Liter Bier 5 Euro kosten. Dort hört man solche Musik. Ob es dem Reggaehead gefällt, weiß ich nicht. Patrice singt im Original eigentlich schön. In dieser Remix-Fassung regt sich der Verdacht in mir, dass die Tonspur schon im Original aus Hamburg angeliefert wurde und in Frankreich in den Song eingebaut wurde. Die Dub-Version klingt jedenfalls so, als ob Patrice ein Fremdkörper ist. Hierzu muss man aber wissen, dass er in Frankreich ein Kauf-Argument für Danakil ist. Patrice ist einer der wenigen deutschen Musik-Exporte ins Nachbarland, der dort Erfolg hat. Seine Live-DVD ist damals nicht zufällig in Frankreich entstanden. Auf ihn konnten Danakil nicht verzichten. Dub in diesem Song ist: etwas zwischen Dubstep und Minimal House. Interessant.

Erst auf Track 4, „Nuff Power“ kommt Jamaika-Stimmung auf. Der Tune ist neu und macht uns mit Green Cross bekannt, einem Newcomer aus Tours, der für alte Stile wie Rub-a-Dub genauso ein Herz hat wie für Hiphop. Der Song ist rund und könnte so auch vor 30 Jahren von den Twinkle Brothers gemacht worden sein. Dub-Definition hier: Raggamuffin-Gesangsstil (irgendwo zwischen Sprechgesang und wirklichem Gesang), Rocksteady-Akzente von Trompete und Gitarre, Song wird aber überwiegend von Schlagzeug und Bass gesteuert. Ein gutes Lied.

Auf dem Dub-Ground geht es weiter mit Stepper Style, wobei alle 08/15-Zutaten (Band nennt sich mehrmals selbst, Stimme wird durch Vocoder gezogen, Beats wirken locker, sind aber nur gerade noch so „offbeat“) bis Minute 1:12 untergebracht wurden. Dann erweitern House-Melodie-Schleifen und Saxophon das Spektrum, was in Frankreich momentan durchaus „in“ ist, siehe Yaniss Odua. Mehrere Versuche meinerseits den Song konzentriert von Anfang bis Ende zu hören, scheiterten. Mich nervt er ab der Mitte, aber vielleicht mixt ihn ja der ein oder andere DJ trotzdem in ein Set mit rein. Dub hier: Stepper Style gekreuzt mit hippen Club-Sounds. Der Titel heißt schlicht “Dub Again”:

Track 6 ist das anspruchsvollste Stück bisher. Wie einleitend gesagt, verstehen zum Beispiel in Frankreich Stand High Patrol, die Briten Dreadzone oder der schwedisch-zypriotische New Yorker Thornato den Dub auch als eine Form von Weltmusik. „Dub Of The Nation“ ist quasi elektronische Weltmusik mit klassischen Stepper Style-Passagen und ätherisch schwingenden Ruhe-Abschnitten und Verbindungsabschnitten, in denen beides geschickt fusioniert wird. Irgendetwas Indisches oder Thailändisches ist gesampelt. Exotischer Tune, bei dem man nie auf Danakil als Interpreten käme.

„Blow With The Wind“, die Nummer 7, ist ein hervorragendes Uptempo-Instrumental mit spannender Instrumentierung. Dub ist jetzt: Lounge! Die 8 mit Sr. Wilson ist Dub als anderes Wort für Raggamuffin. Ganz trennscharf sind diese Bereiche ja nicht, denn Raggamuffin ist oft dubbig gemacht und sowohl eine textbetonende Unterart von Dub (z.B. Amlak Redsquare, „Judge“), als auch eine rhythmische Spielart von Roots/Foundation Style (z.B. einer der Ur-Songs, „Raggamuffin“ von Dennis Brown und Gregory Isaacs, 1985) als auch ein auf Techno-Beats verzichtender Stilverwandter von Jungle (z.B. Cham & Damian Marley, „Fighter“). Jedenfalls klingt auch Song 8 anders, als Danakil sonst klingen.

Die Klangreise enthält vor allem mit „Butterflies“ (Titel Nr. 10), meinem Anspieltipp, einen Höhepunkt. Dieser Song ist einer, den ich auf einer Party oder in einer Kneipe „shazamen“ oder „deezern“ würde. Ich wüsste unbedingt gerne, was das für ein sympathisches Stück ohne verständlichen Text ist. Ein Instrumental ohne Bezug zu Reggae/Dub, mit der menschlichen Stimme als Instrument. Dabei ist der Trick nicht eine Fantasiesprache à la Adiemus, sondern ein konsequentes Dehnen und Quetschen der Gesangs-Parts. Technisch innovativ und mit einer eingängigen Melodie! Während die klassischen Danakil, wie man sie seit dem Jahr 2000 kennen lernen konnte, auf Track 11 kurz zurückkommen, übernimmt an Position 12 noch der Rap, und Wörter wie „fucking“ (2 x), „fuck“ (3 x), „stupid“ (1 x), „shit“ (1 x), „nigga“ (1 x) beim ersten Rapper werden durch eine Kombination von „night nurse“ und „night train“ beim zweiten Rapper getoppt. Keine Ausnahme ohne Regel, ist dieser Song komplett un-frankophon – bis auf den Titel „J’attends La Nuit“ (Ich warte auf die Nacht.) Ich warte nachts auf jeden Fall auf bessere Musik. Dub hier: Rap auf einem Dub-Bass.

Das Album endet mit der Dub-Version eines Tracks von 2016, der mit vielen stimmkräftigen Gästen betont, wie weltweit doch Reggae ist. Die Gäste werden hier teilweise brutal überarbeitet. Aus Nattali Rizes Beitrag wird ein näselnd-metallisch klingendes Ächzen. Aus Flavia Coelho wird eine Art Kopie des Dance-Quatsches, den wir 24 Stunden 7 Tage auf nahezu allen europäischen Radiosendern hören können. Der Riddim-Unterleger stampft monoton mit sägendem Bass. Die mehrsprachigen Gastbeiträge der achtminütigen Originalfassung werden so schnell hintereinander geschnitten wie Puppen in der Muppet-Show hoch- und runterspringen. Selten sowas Grauenvolles gehört. Plötzlich endet es.

Das vorliegende Album zusammen mit On Dub Ground fasst auf reizvolle, teils provozierende Weise zusammen, dass unter Dub Verschiedenstes verstanden und missverstanden werden kann. Das Album ist so heterogen, wie man es gerade nicht erwartet, und so heterogen, dass es fast jeden Menschen zur Toleranz zwingen dürfte. Niemandem, dem ein Teil der Songs gefällt, dürfte alle anderen Songs des Albums ebenfalls gut finden, geschweige denn: ertragen – zu ungelenk und unsanft prallen da innerhalb von 49 Minuten verschiedene Klangwelten aufeinander. Von ruhigem Triphop, wie ihn zum Beispiel Massive Attack mit Horace Andy auf „Splitting The Atom“ 2010 nochmal belebten, ist hier keinerlei Spur. Diese Spielart des Dub fehlt ebenso wie die leichtfüßige eines Pablo Moses. Alles andere von aufdringlich vokal über normal vokal bis verwurstet vokal zu instrumental wird uns hier geboten und wirft Fragen auf: Ist der Trend zum Politisieren und Problematisieren für gesellschaftliche Verwerfungen im französischen Reggae (Yaniss Odua & Keny Arkana, „Écoutez Nous“, Dub Inc, „Triste Époque“, Dub Inc feat. Meta Dia & Alif Naaba, „Enfants Des Ghettos“, Pierpoljak, „Papa Du Week End“) nicht zu stoppen, und ziehen Danakil, das Zentrum des französischen Reggae, mit härteren, aufrüttelnden Sounds nach, die nichts vom Einlullenden der letzten Jahre haben? Oder springen Danakil auf die Spaßgesellschaft auf und produzieren Club-Sounds für spätpubertierende Komatrinkerinnen und Komatrinker, die zwischen Lady Gaga, Pitbull und Katy Perry abgehen? Auf jeden Fall ist mit diesem Album klar: So wie Kabaka Pyramid 2016 mit dem „Accurate“-Hiphop-Mixtape als DER Hoffnungsträger der „conscious lyrics“ bereit war, Roots-Puristen zu verschrecken, laden nun Danakil als DIE akustische Premium-High-Fidelity-Sound-Dub-Gruppe dazu ein, in dieser kompliziert und digital gewordenen Welt den digitalen Sounds das Feld frei zu räumen und noch mehr Definitionen auf den Prüfstand zu stellen – in diesem Fall die Definition: „Was ist Dub?“

Philipp Kause

Philipp Kause

About Philipp Kause

Philipp hat Musikethnologie studiert und verschiedenste Berufe in Journalismus, Marketing, Asylsozialberatung und als kaufmännischer Sachbearbeiter ausgeübt – immer jedenfalls stellt er Menschen Fragen. Er lebt zurzeit in Nürnberg, wo er die Sendung „Rastashock“ präsentiert, die seit 1988 auf Radio Z läuft.