Jerry Lionz “Fasimbas Skank” (Lionz Den Dubplate Series)

Jerry Lionz
“Fasimbas Skank” – Limited Polyvinyl 10 inch
(Lionz Den Dubplate Series – 2018)

Vor einiger Zeit bin ich bei nächtlichen Streifzügen durch das Jah Shaka Youtube-Universum über ein altes Dubplate gestolpert und war sofort von einem Ohrwurm befallen. Es folgte eine gemeinsame Schnipseljagd um herauszufinden ob dieses Dubplate seither irgendwann von irgendwem veröffentlicht wurde. Fehlanzeige. Wir kamen allerdings zumindest an den Punkt an dem jemand auf alten CDs den Tune “Righteous tears” von TNT Roots finden konnte. Darauf folgte erst einmal Stille.

Im März diesen Jahres dann eine unerwartete Überraschung: TNT Roots veröffentlicht auf Bokeh Versions aus Bristol eine 4-to-the-Floor Steppers-Variante von Righteous Tears! Während die (sehr) synthetischen Bläser auf dieser Variante zwar etwas anders arrangiert waren so war doch große Freude über diese Scheibe im Spiel.

Wenn schon nicht das “Original”, dann eben so.

Doch oh weitere Freude! Jerry Lionz, seineszeichens zumindest im Umfeld der Fasimbas (Jah Shaka als Sänger) tätig und auf “In the Ghetto” als Backing-Gesang gelistet, kündigt im März im Rahmen seiner “Lionz Den Dubplate Series” den auf 100 Polyvinyl-Exemplare limitierten Tune “Fasimbas Skank” an. Volltreffer und große Freude… endlich eine Version die sehr nah an das Original heranreicht. Also sofort geordert und jetzt, nur einen Monat bangen Wartens später, ist die Scheibe endlich da!

Überbrückt habe ich den Monat mit dem zig-Fachen hören des Soundcloud-Schnipsels (immer wieder gegeißelt durch tagelange Ohrwürmer) verbracht und war daher immens gespannt, wie sich der Rest des Tunes anhören würde. Anhand des Teasers vermutete ich bereits, das der Tune seine Längen haben könnte… und das hat sich im Grunde auch bestätig.

Der Mix ist sauber, die Bassline in ihrer Kontur durchaus erhalten aber doch deutlich weniger spürbar als im Dubplate (da eher in den Mitten als im Bassspektrum beheimatet) aber die so markante “Bläsersektion” wird dafür, das sie DAS Trademark dieses Tunes ist, viel zu selten in’s Spiel gebracht. Spielt man den Tune so auf einem Dance sollte man über die Länge des Tunes also sehr aktiv an sämtlichen Effektgeräten sein – dann also doch wieder so wie Shaka in der Live-Aufnahme die hier durchaus als Serviervorschlag herhalten kann.

Die Version auf der B-Seite kann mich dann aber leider nicht überzeugen. Zu träge, zu wenig Abwechslung und generell unmotiviert. Dabei wäre da so viel mehr gegangen! Das ist insofern schade, als das Jerry Lionz sich doch durchaus mit diversen Releases wie z.B. “Cyan tan ya” und diversen Youtube-Schnipseln bereits einen Platz in meinen Herzen erspielt hat.

Schmälert das die Freude über den Release? Etwas. Insgesamt bin ich aber doch weiterhin sehr erfreut ihn in der Box zu haben. Ganz besonders nach einer Odys­see wie der oben beschriebenen.

Kürzlich kam die Info, dass über die 100 Exemplare hinaus noch ein weiteres Bündel geschnitten werden soll, wer also schnell ist sollte noch ein Exemplar erwischen!

Thomas Dalichow

TwizzyDizzy

About TwizzyDizzy

Linux systems engineer by day, music junkie by night. Into reggae since 1998, into dub since some years later. Soundsystem fanatic & bass fetishist, jazz lover and Chopin admirer.