Ska im Transit – Wie der Ska nach Deutschland kam (Mirko Schmidt Verlag)

Ein schönes Buch haben da Emma Steel und Matt Ska geschrieben, die unter anderem an den ersten großen Fanzines Skintonic und Oireka beteiligt waren. Sie haben ein Format aus einer Mischung von Interviews und Selbstvorstellung einzelner subjektiv von ihnen ausgewählter Protagonsiten aus dem Skakosmos in Deutschland zusammengestellt. Unter anderem stellen sich hier so spannende Persönlichkeiten wie Dr.Ring Ding, Klisch vom Potsdamer Skafestival oder auch Mitglieder vieler wichtiger Skabands der 3.Welle vorgestellt bzw. stellen sich vor. Die eine oder andere Anektote wird zum besten gegeben und die ganz persönliche Entdeckung der Musik erzählt. Die Idee den Ost-West-Fokus darzustellen kommt immer wieder mal durch, ist aber-aus meiner Sicht- nicht überrepresentiert. Ein wenig sehr Berlin lastig ist mir der Fokus der Autoren schon, aber es hat sich halt auch Ende der 80er/Anfang der 90er viel dort abgespielt.

Es ist ein Buch für die Jungen um zu verstehen, woher die Szene kommt und wie das Wunder einer weltweiten Vernetzung ohne Internet und WhatsApp möglich war. Inhalt ist auch, warum eine deutliche Abgrenzung nach Rechts wichtig war und ist.

Für mich war es ein Buch in dem ich alte Erinnerungen u.a. an das Potsdamer Skafestival auffrischen konnte und mir so viele schöne Erlebnisse durch den Kopf gegangen sind. Die Skaszene ist ja eine langeverweiler Geschichte und ich bin immer noch froh, dass ich 1990 “ausversehen” eine Bustersplatte gekauft habe, die für mich der Einstieg in diese wunderbare Welt war.

Das Buch ist definit wert gekauft zu werden und atmet den Geist der Dabeigewesenen und nicht den der Berichtenden.

Emma, Steel & Matt Ska: Ska im Transit. Mirko Schmidt Verlag (Berlin) 2018. ISBN 978-3-980400909 im Buchhandel oder über diverse Mailorder bestellbar. 24,90€

Text: Georg (Red Baron)

Georg (Red Baron)

About Georg (Red Baron)

Legt Platten bei Regensburgs dienstältestem Soundsystem Red Baron & Dr.Till auf. Ansonsten vorher schreibend bei BSE 96-Fanzine und RockingSteady. Verfiel dem Offbeatvirus im zarten Alter von 12 und das soll sich auch nicht mehr ändern.