Burnt Friedman “Bokoboko” (Nonplace)

Burnt Friedman
“Bokoboko”
(Nonplace – 2012)

Burnt Friedmann liebt Experimente. Das war schon immer so! Ob nun als Nonplace Urban Field oder Burnt Friedmann. Solo oder zusammen mit Jaki Liebezeit. Immer scheint sich der Künstler neu erfinden zu wollen bzw. neue Wege zu gehen. Kam es früher gelegentlich vor, dass sich abgrenzbare Tracks (die mitunter sogar dem Dubreggae zuzuordnen waren), so wurde es in den nachfolgenden Jahren immer experimenteller. Auf “Bokoboko” wendet sich der Musiker Japan zu. “Bokoboko” heißt  “uneben” oder “hohl klingend”. Attribute, von denen man das erste sicherlich auf die Musik des Albums anwenden kann. Präsentiert werden keine klar abgrenzbaren Liedstrukturen. Vielmehr scheinen die Kompositionen oder Experimente ineinander zu fließen. Alles ist in Bewegung und vor allem meditativ – insofern passt das Coverartwork auch hervorragend! “Mich interessieren die musikalischen Entwürfe von Can´s Ethnological Forgery Series und Jon Hassell´s Fourth World Music, nämlich eine der Welt fremde Musik zu erzeugen, die ebenso überall in der Welt verstanden werden kann”, sagt Friedman selbst und macht klar, dass hier der Weg des Altbekannten verlassen wird, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Für die Musik verwendet er mitunter obskur anmutende Instrumente, wie zum Beispiel präparierte Ölfässer oder die selbst gebaute Gummibandgitarre. Zusätzlich werden diverse Perkussionsinstrumente gekoppelt mit elektronischen Gerätschaften verwendet. “Bokoboko” öffnet eine neue Welt und nimmt jeden mit, der genug Ruhe hat und sich einlassen möchte. Zum bloßen Nebenbeihören ist das Album nicht geeignet.

Karsten Frehe

www.nonplace.de

 

Karsten

About Karsten

Founder of the Irie Ites radio show, author, artteacher and (very rare) DJ under the name Dub Teacha. Host of the "Foward The Bass"-radioshow at ByteFM.