Groundation, Yaam, Berlin, 15.10.18

Disclaimer: Groundation ist eine Band, die mich bereits seit dem 2002 erschienen Album Hebron Gate begleitet, deren Musik ich stets genoss, wenn ich sie hörte. Und doch hat es bis heute nicht eine einzige Platte in meinen Besizt geschafft. Gleichzeitig war dies auch mein erstes Live-Konzert der Band.

Dass das nicht an den musikalischen Fähigkeit der Band liegt, sollte in diesem Fall auf der Hand liegen.

Am 15.10.2018 verschlug es also Groundation auf ihrer aktuell laufenden Europa-Tour in’s Berliner Yaam, in dem ich leider aus beruflichen Gründen zu spät eintraf. Groundation standen also schon auf der Bühne und hatten bereits ein paar Songs hinter sich, ich hingegen konnte zum ersten Mal erleben, mit wie viel Begeisterung und Enthusiasmus Harrison Stafford auf der Bühne steht und seine Forderung nach – und  Vorstelliung von einer besseren Welt vorträgt. Zentrales Merkmal dabei ist eine einzigartige Stimme und besonders Intonation der Sprache, welche mir auch bei diesem Konzert Gänsehautmomente besorgte.

Darübe hinaus kann ich zwar nicht über bisherige Besetzungen von Groundation sprechen (auf dem neuen Album The Next Generation wurde die Besetzung ja einmal komplett gewechselt), aber in jedem Fall waren hier Vollblutmusiker am Werk. Satter, präzise gespielter Roots Reggae der feinsten Sorte, gesprenkelt mit teilweise – im besten Sinne – waghalsigen E-Gitarrensolos wurde hier geboten.

Es fällt mir schwer den folgenden Aspekt zu kritisieren, weil es mir auch an konkretem Vorstellungsvermögen mangelt, wie man das als Band anders machen könnte, aber mir war das stellenweise zu perfekt, zu glatt. Der Reiz von Live-Bands besteht für mich oft darin, die Ecken zu sehen, das Ungeplante und Unerwartete zu erleben. Das war hier nicht der Fall. Es war eine professionelle und  durchgeplante Show, die dem versammelten Publikum aber auch genau das geboten hat was es zu erwarten schien, denn die Stimmung war auch über die dritte und vierte Zugabe hinaus ungebrochen gut.

Mich hat diesen Konzert aber in jedem Fall dazu animiert, die Diskografie erneut unter die Lupe zu nehmen und mir vielleicht doch endlich meine erste Groundation-Platte zuzulegen!

Text: Thomas Dalichow, Fotos: Montecruz Foto

TwizzyDizzy

About TwizzyDizzy

Linux systems engineer by day, music junkie by night. Into reggae since 1998, into dub since some years later. Soundsystem fanatic & bass fetishist, jazz lover and Chopin admirer.