Panteón Rococó, Knust, Hamburg, 12.2.19

Panteón Rococó in Hamburg

Wer möchte nicht einmal überrascht werden!? Extrem kurzfristig wurden zwei Konzerte der mexikanischen Band Panteón Rococó in Hamburg und Berlin angekündigt – wie aus dem Nichts. Kaum eine Woche lag zwischen Ankündigung und Stattfinden der Konzerte. Knappe Nummer, die allerdings bei der großen Fangemeinde, die die Band in Deutschland hat, trotzdem auf ging.

Die Band vereint schon seit Jahren Widerstand mit extrem kraftvoller Musik und gehört zu den feinsten Kombos, die den Spagat zwischen inhaltsvollen Texten und belebenden Performances hinlegen. Keine Betroffenheits-Lyrik mit Wandergitarre, kein Meditieren mit angezündeten Kerzen oder wahlweise Räucherstäbchen: bei Panteón Rococó geht die Post ab!

Und bei all der Nähe zu Ska und Reggae wird hier inhaltlich auf Plattitüden verzichtet und konkrete Kost geboten. So auch an diesem grauen Dienstag im Knust. Nach einem Intro von Band, das gepaart mit kämpferischen Visuals die anwesenden Fans in Stimmung gebracht hat, ging es gleich mit den ersten Takten so kraftvoll los, dass mir persönlich das Kinn beeindruckt herunter fiel. Was für eine Energie! Die 12 Musiker hielten diese Kraft dicht gedrängt auf der für ihre Verhältnisse recht kleinen Bühne bis zum letzten Tune aufrecht und führten durch ein Programm bestehend aus vielen alten Hits, wie “Esta Noche”, “Arréglame el Alma” und “Vendedora de Caricias”, sowie neuen Titeln, von denen vor allem “El Último Ska” gefeiert wurde. Und selbstverständlich brannte bei “Das Herz von St. Pauli” die Hütte.

Viel Ska, Punk, ein wenig Reggae und etliche lateinamerikanische Rhythmen haben diesen Abend zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht. Die Künstler von Panteón Rococó füllen in ihrer Heimat ganze Stadien und auch in Europa treten sie gerne in größere Clubs, wie etwa am 19.8.2015 in der Großen Freiheit 36 in Hamburg, oder auf Festivals auf. Sie in der eher intimen Atmosphäre des Knust zu feiern, wird so schnell sicher nicht wieder möglich sein.

Ganz am Ende der Show wurde mit “La Carencia” der ewige Hit der Band präsentiert und die Bühne für das Publikum freigegeben sowie zum Stagediving eingeladen. Ein krönender Abschluss einer tollen Show, bei der übrigens, wie auch am Tag darauf in Berlin, gefilmt wurde. Es dürfte also in absehbarer Zeit einige Sequenzen der Show im Internet zu sehen geben.

Text: Karsten Frehe, Fotos: Dorothee Georg

Karsten

About Karsten

Founder of the Irie Ites radio show & the Irie Ites Music label, author, art- and geography-teacher and (very rare) DJ under the name Dub Teacha. Host of the "Foward The Bass"-radio show at ByteFM.