Jamaram “To The Moon And The Sun” (Turban Records & One World Records)

Jamaram
“To The Moon And The Sun”
(Turban Records & One World Records – 2019)

Jedes Album von Jamaram ist anders und gerade das macht die Band so beeindruckend. Mal geht ein Album mehr in Richtung Ska, ein anderes Mal sind fast durchgängig afrikanische Einflüsse zu hören – zwischendurch wird viel Crossover angeboten. Dies kommt laut eigener Aussage daher, dass jedes einzelne Bandmitglied jederzeit seine eigenen Ideen einfließen lassen kann. Insgesamt kann die Band auf fast 20 Jahre Bandgeschichte zurück schauen und hat in dieser Zeit 11 sehr unterschiedliche Alben herausgebracht, inklusive dem neuen Werk „To The Moon And The Sun“. Leider ist dieses für meine Ohren ein wenig eintönig geraten. Jedes Lied ist für sich genommen schön, als Gesamtalbum ist es leider nicht so gut, wie man es von dieser Band gewohnt ist. Das Intro des Albums lässt einen in eine Jungelwelt hineintauchen und man kann die langsam an einem vorbeiziehende Elefantenherde schon fast sehen, danach geht es mit viel Rootsreggae weiter.

Für mich stechen „Little Boy“ und „Outside“ positiv heraus. „Little Boy“ ist durch seine Kombination von schnelleren Rhythmen, tiefen Backgroundstimmen sowie dem ernsten aber trotzdem nicht negativen Text ein wirkliches Highlight dieses Albums. Gegen Ende des Albums gibt es ein paar experimentellere Lieder wie “Out Of the Woods” und “Sick Situation”.  Jamaram zeichnet sich für mich dadurch aus, dass sie, egal welcher Musikstil sie gerade inspiriert, immer eine Mischung an gesellschaftskritischen und fast schon Geschichten erzählenden Texten haben, was auch dieses Mal zu spüren ist. Auch wenn ich wenig begeistert von dem Gesamteindruck des Albums bin, weil die stilistische Vielfalt reduziert wurde, würde ich sagen, dass Jamaram in jedes einzelne Lied Liebe gesteckt haben und werde die Lieder getrennt voneinander gerne immer und immer wieder hören.

Nele Frehe

Nele

About Nele

Nele ist sozusagen zum Reggae-Hörer erzogen worden, hört aber grundsätzlich alles was (zugegeben aus ihrer subjektiven Perspektive) gut ist, egal in was für eine Musikrichtung es geht.