The Skints, Indra, Hamburg, 14.10.19

The Skints in Hamburg!

Wochenlanges Entgegenfiebern war angesagt, als bekannt wurde, dass die illustre Band aus London wieder einmal Halt in Hamburg machen würde. Nach ihren fulminanten Auftritten im Hafenklang am 9. April 2015 (zusammen mit Hollie Cook) und im Basement des Selekta Shops am 25. November 2016 wurde es auch mal wieder Zeit. Mit “Swimming Lessons” hatten die vier Briten ihr neues Album mit im Gepäck.

Das Publikum wurde von einer schön gestalteten Bühne im Indra empfangen. Viel Weiß und künstliche Pflanzen boten ein verzückendes Bild. Man hätte auch eine esoterische Darbietung erwarten können. Dass es soweit nicht kommen würde, wussten die anwesenden Fans, auch wenn das elfenartige Aussehen und Auftreten von Marcia Richards bestens zur Deko passte.

Von den ersten Takten an hatten The Skints das Publikum im Griff. Für einen verregneten Montag im Norden war das schon beachtlich. Das Programm bestand im Wesentlichen aus Tunes vom neuen Album sowie ein paar “alten Klassikern”, wie etwa “This Town”, die Skanummer “Friends & Business”, “The Forest For The Trees”, “Eyes In The Back Of My Head” (alle vom Ausnahmealbum “FM”) und “Rub-A-Dub (Done Know)” (von “Part & Parcel). Tunes, die sich auf den umfangreichen Tourneen als Sure Shots erwiesen haben.

Dazwischen dann die Highlights von “Swimming Lessons”, allen voran “Learning To Swim”, ein Song, der phasenweise an die Wurzeln der Band im Punk erinnern lässt. Großartig und wuchtig! “Restless”, “New Kind Of Friend, “Armageddon”, der Rocksteady-Tune “I’m A Fool”, “La La La” und “Love Is The Devil” trugen neben ein paar anderen Liedern zu einem mehr als gelungenen Konzert bei. Die Band ist einfach wunderbar – sympathisch, professionell und voller Spielfreude. Die vierköpfige Band, bestehend aus Jamie Kyriakides, Joshua Waters Rudge (der Host des Abends), Jonathan Doyle und Marcia Richards, legte auch im Indra eine Virtuosität hin, die in dieser Intensität nicht oft zu erleben ist. Allen voran ist wieder einmal die Multi-Instrumentalistin Marcia zu nennen, die an den Keyboards zu hören war, nebenbei diverse Effekte einstreute, zu Saxophon, Melodica und Querflöte griff, eine E-Gitarre bearbeitete, verdammt gut sang und dabei auch noch gut und gar nicht gestresst aussah. Unglaublich!

Text: Karsten Frehe, Fotos: Dorothee Georg

Tags:
Karsten

About Karsten

Founder of the Irie Ites radio show & the Irie Ites Music label, author, art- and geography-teacher and (very rare) DJ under the name Dub Teacha. Host of the "Foward The Bass"-radio show at ByteFM.