Fat Freddy’s Drop “Live At Roundhouse” (The Drop/Rough Trade)

Fat Freddy’s Drop
“Live At Roundhouse”
(The Drop/Rough Trade – 2010)

Jon Lusk, Journalist des Guardian und Schreiber der Linernotes zu diesem Album, hat es auf den Punkt gebracht, als er Fat Freddy’s Drop als “lost in music in the best way possible” beschrieb. Welch andere Band lässt sich live auf ausgedehnte Versionen ihrer schon im Original langen Tunes ein? Gerade mal 6 Tracks bringen es hier auf insgesamt etwas mehr als 79 Minuten Spieldauer. Der kürzeste Track, “The Nod”, ist dabei 10 Minuten und 17 Sekunden lang. Der längste, “The Raft”, bringt es auf etwas mehr als 16 Minuten, enthält aber auch Elemente von ihrem grandiosen “Ernie” vom Album “Based On A True Story”. Das klingt ganz nach den elegisch-langen Hippieversionen der späten 60er/Anfang 70er Jahre. Und wer jetzt den Verdacht schöpft, das könnte ein mitunter langatmiges Unterfangen sein, liegt falsch. Kaum eine andere Band, zumindest keine die mir bekannt ist, schafft es, die Spannung über einen derart langen Zeitraum aufrechtzuerhalten – und (!!) im Verlauf des Tunes auch noch zu steigern. Ein Paradebeispiel hierfür ist “Shiverman”. Die Sannung wird über etliche Minuten aufgebaut, bis sie fast nicht mehr auszuhalten ist. Dann, nach 12:20 Minuten entlädt sie sich in einen Tempowechsel mit deutlich mehr Bläsern. Unglaublich! Dabei verliert Joe Dukie nicht gerade viele Worte. Damit rückt er in die Nähe von alten Reggaeveteranen wie Burning Spear, der es ja auch nicht so mit vielen Worten hatte, es jedoch vermag mit vielen Wiederholungen einen tranceartigen Zustand hervorzurufen. Und trotz aller Entladung bei “Shiverman” ist die dominierende Grundhaltung dieses Livealbums entspannt. War nachdem, was man von den Neuseeländern bislang gehört hatte, ja auch nicht anders zu erwarten. Aufgenommen wurden die 6 Track im Roundhouse in Camden, einem Laden mit einer langen Tradition, die Auftritte von Led Zeppelin und The Doors einschließt. Zugleich beendete dieser Auftritt eine fulminante Europatournee von Fat Freddy’s Drop. Im darauf folgenden Jahr erschien “Dr. Boondigga & The Big BW”. Mit diesem Album im Gepäck sind sie nun weltweit unterwegs und werden die Massen wieder in ihren Bann ziehen.

Karsten Frehe

www.fatfreddysdrop.com

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King Toppa - Digital Dub Producer and Musician. i started my music with the irie ites soundsystem in the 90ies going on to produce dub and digital dancehall roots. I am part of the irie ites music label