Babylove & The Van Dangos “The Golden Cage” (Gateway Music)

Babylove & The Van Dangos
“The Golden Cage”
(Gateway Music – 2019)

Es gibt Bands, die werden nie langweilig, auch wenn sie von der stilleren Sorte sind. Babylove & The Van Dangos aus einer der relaxtesten Städte Europas, dem schönen Kopenhagen, zeigen was man mit großer Beständigkeit erreichen kann. Es ist ihr 7 Album seit 2004 und genauso eigenwillig, wie alle Alben davor, die ich allesamt empfehlen kann. 13 Tracks zwischen traditionellem, jazzigen Ska, zuckersüßem Rocksteady (oder ist das schon Soul?) und groovigen Reggaetunes. Jeder Song ist perfekt arrangiert -- hier haben sich Leute Zeit gelassen, bis alles stimmt, und trotzdem wirkt es nicht verkrampft. Und immer wippen mindestens die Füße im Offbeat mit. Textlich erzählen die 6 Musiker aus ihrem Leben und dieses Mal geht es viel um das Älter werden und darum, sich nicht vom “Rat Race” fangen zu lassen. Statements, die einem mit Anfang 20 leicht fallen, aber wenn man einen Familie hat und einmal ein Stück eingestiegen ist ins Rennen um die guten Gehälter, nicht so leicht fallen. Das Titelstück “The Golden Cage” ist ein tolles Beispiel, wie es die Band versteht, über Zustände und Entwicklungen zu erzählen ohne ins Parolenhafte zu rutschen. Da ist nix platt, sondern alles klar durchdacht.

Wer einen Vergleich braucht, dem kann ich nur die Slackers nennen, aber nicht unbedingt im Bezug auf den Sound, sondern auf die herausragende Qualität. Diese Band sollte man auch mal live erleben, am besten öfters.

Georg von Ungern-Sternberg

Georg (Red Baron)

About Georg (Red Baron)

Legt Platten bei Regensburgs dienstältestem Soundsystem Red Baron & Dr.Till auf. Ansonsten vorher schreibend bei BSE 96-Fanzine und RockingSteady. Verfiel dem Offbeatvirus im zarten Alter von 12 und das soll sich auch nicht mehr ändern.