Vibronics meets Weeding Dub “Note Fi Note/Dub Fi Dub” (Scoops Records)

Vibronics meets Weeding Dub
“Note Fi Note/Dub Fi Dub”
(Scoops Records – 2022)

2019 haben sich die beiden Dubveteranen Vibronics und Weeding Dub dazu entschlossen, ein gemeinsames Projekt zu starten.  Mit dem Album “Note Fi Note/Dub Fi Dub” liegt es nun vor. Aufgenommen wurde es im Dub Cupboard Studio in Leicester, der Homebase von Steve Vibronics. Als Artists haben sie sich eine ganze Reihe von versierten Stimmen dazu geholt: Macka B, Marina P, Madu Messenger, Nia Songbird und Eva Keyes. Alleine diese Kooperation lässt ja schon gute Musik erwarten.

Überraschenderweise fängt das Album mit zartem Gitarrenspiel und einer lieblichen Melodie an, bevor es wuchtiger losgeht. Macka B besingt die Gier als eines der größten Übel auf der Welt. Der Riddim kommt, bis auf ein paar analoge Akzente recht digital um die Ecke, was etwas schade ist. Marina P besingt auf dem selben Riddim die Entscheidungen und Kompromisse des Lebens. Ein solider Tune. Auf dem nachfolgenden “Greedy Choice Dub” zeigen die beiden Produzenten, was in ihnen steckt. Der Dub ist deutlich düsterer angelegt als die vorangegangenen Tunes, verzichtet auf Vocals und spielt viel mit Effekten. Genau diese Spielfreude habe ich bei einem Aufeinandertreffen der beiden Dubheads erwartet.

“Hard Living” von Nia Songbird trabt nach einem smoothen Intro flott voran – und wieder klingt der Riddim eine Spur zu digital. Zudem singt Nia Songbird für meinen Geschmack etwas hektisch. Besser gelingt die Kombination des Riddims mit Madu Messengers Stil. Bei “Never Lie Down” legt sich seine warme Stimme deutlich eleganter auf den pluckernden Rhythmus. Auf der Dubversion “Hard Dubbing” geht es, wie schon bei dem oben beschriebenen Dub deutlich kraftvoller und atmosphärisch dichter zur Sache.

Eines der Highlights des Albums ist der Tune “Revolution” mit Eva Keyes. Ihr Gesangsstil scheint irgendwie am Folk orientiert zu sein und passt prima zu dem trabenden Steppers-Riddim. Auch der dazugehörige Dub ist gut gemacht. Zum Abschluss des Albums gibt es mit dem “IRS Riddim” und dem “IRS Dub” noch zwei weitere Tunes oben drauf. Mir persönlich gefällt die zweite Version besser. Wird sicher auf Dances mit feisten Boxentürmen prima funktionieren.

Karsten Frehe

About Karsten

Founder of the Irie Ites radio show & the Irie Ites Music label, author, art- and geography-teacher and (very rare) DJ under the name Dub Teacha. Host of the "Foward The Bass"-radio show at ByteFM.