Nagaï
“Back To My Roots”
(Kaboum Music – 2024)
Nagaï ist eine äußerst talentierte, recht junge Sängerin von La Réunion, tief verwurzelt in ihrer eigenen Geschichte zwischen Indien, Afrika und ihrem Leben auf der Insel im Indischen Ozean. Frankreich hatte als Kolonialmacht den Finger auf die Insel gelegt, was bis heute nachwirkt.
Nagaï begann als Backgroundsängerin bei traditionellen Maloya-Bands ihre Stimme zu nutzen und zu schulen. Mit “Back To My Roots” schlägt sie die Reggae-Richtung ein und besinnt sich, so legen es die Lyrics des Titeltracks nahe, auf ihre Wurzeln. Die ultra deepen Riddims für das Album wurden von Jean Hoareau (Schlagzeug, Keyboards, Kette-Drum), Benoît Cadet (Bass) und Victor Boyer (Gitarre) gelegt und machen die beeindruckende Qualität der gebotenen Musik aus. Sehr organisch und entschleunigt wird hier Reggae geboten, der tief in den Bauch geht. Ganz ähnlich ist oft Marcus Gad aus Neukaledonien, ebenfalls ein französischer Außenposten, unterwegs.
Lyrisch geht es sehr oft um altbekannte Themen, wie etwa die Liebe zu Jah (“Jah Love”). Genau da hätte ich mir manchmal mehr Inspiration gewünscht, weil die Themen auf alten Pfaden entlang wandern. Dazwischen gibt es allerdings wirkliche Perlen, wie “Forebearers” und “Self Reflection”. Die beiden feinen Dubs von Roberto Sánchez sind am Ende auch noch weitere Kirschen auf der Sahne.
Karsten Frehe















