Sofa Connection: The Yardy Crew unplugged

“A Roots-Jazz-Traditional-Old School Chill Out”

Das erste Mal nach 5-jähriger Pause luden Diedel Klöver und Sister Gracy in diesem Jahr an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder ein zur: Sofa Connection! Und dieser Name ist Programm, denn das Vareler Gasthaus “Die Linde” war vollgestopft mit plüschigen, ledrigen oder stoffbezogenen Sitzgelegenheiten, auf denen die zahlreich erschienen Gäste (ausverkauft!) bereits gemütlich Platz genommen hatten.

Pünktlich um 20 Uhr fanden sich die Stars des Abends ein, die nach dem gestrigen Dresscode “Abendgarderobe” heute das Motto “Rockerz” zelebrierten. Sie drängten sich zu zwölft auf der erweiterten Bühne: neben Diedel am Bass und Gracy an Percussion & Vocals griffen Catrin “Catti” Groth (Vocals, Saxophon & Flöte), Sebastian Sturm (Gitarre & Vocals), Tom Bennecke (Gitarre & Backing Vocals), Hene Marheineke (Schlagzeug), Piet Abele (Keyboard), Moses Christoph (Percussion & Vocals), Martin Janssen (Saxophon) und Christian Jünger (Trompete) zu ihren Instrumenten, verstärkt von Toningenieur Eddie sowie den als “special guests” angekündigten Dr. Ring Ding und Kush Art. Mit “Baba Boom” von The Jamaicans und einem Marley-Song wurde der Abend passend eröffnet, direkt gefolgt von Culture’s “International Herb”, gesungen von Gastgeberin Gracy. Catti übernahm das Mikro für den Klassiker “Stop That Train”, und ein nachfolgendes Ska-Instrumental brachte zumindest die stehenden Gäste zum Tanzen. Dr. Ring Ding ließ den ein oder anderen Witz vom Stapel, bevor er “Big Bamboo” und das interaktive “Call Di Doctor” auf dem Punany-Riddim performte – der erste Pull-Up des Abends!

Nach einer kurzen Pause, in der man sich mit Drinks an der Ska-Bar oder einem Snack versorgen konnte (es gab Kürbissuppe mit Dumplins, Salat, Pommes und Bratwurst) ging es mit dem zweiten Set weiter. Dieses beinhaltete das Benji-Cover “Musik kennt keine Grenzen” ebenso wie eine Reggae-Version von “Gangsta’s Paradise”, das von Moses gesungen wurde. Danach übernahm der jamaikanische Sänger Kush Art das Mikro, der Mann mit dem coolsten Shirt des Abends und präsentierte “You’re My Number One”. Es folgten zwei Tier-Songs (über die Schlange Kaa und einen kletternden Affen) sowie eins meiner persönlichen Highlights: “Reggae Lovers”. Das von der Yardy Crew selbst komponierte Stück mit Sebastian Sturm und Gracy an den lead vocals machte die Spielfreude der Truppe greifbar, und in der Folge erhoben sich die Anwesenden immer wieder von den Sofas, um ein bisschen zu tanzen.

Das dritte und letzte Set startete mit einem weiteren Instrumental, zu dem Catti “Summertime” sang, und Gracy mit “Easy Snappin”, der vielleicht ersten Ska-Aufnahme von Theophilus Beckford aus dem Jahr 1956. Sowohl Moses als auch Sebastian Sturm und Kush Art griffen dann noch einmal zum Mikro, und natürlich durfte auch Dr. Ring Ding mit großer Klappe und großer Stimme nicht fehlen. Gracy stellte kurz vor Schluss noch die gesamte Band vor, dankte allen fürs Kommen und schloss mit “Day O”. Obwohl es schon Mitternacht war, wollte keiner so richtig gehen, und nach anhaltendem Applaus gab es noch zwei Zugaben, u.a. “Iron Shirt”.

Eine wunderbare Veranstaltung zum Jahresausklang! Obwohl natürlich der  hervorragend gespielte Off-Beat im Vordergrund stand, trug vor allem auch das Ambiente zur Magie des Abends bei. Mit viel Liebe zum Detail hatten die Gastgeber ihre Location in eine warme Oase aus Licht und Klang verwandelt: neben den bequemen Sofas waren überall Teppiche ausgelegt, und die riesigen Lampenschirme sowie die Pflanzen vervollständigten den Eindruck eines Wohnzimmers. Jamaika war mit einer großen Flagge, Rum-Punsch und sogar einem Stück “zinc fence” vertreten, hauptsächlich aber mit der großartigen Musik, die diese kleine Karibik-Insel uns im Laufe der Jahrzehnte schenkte.

Danke, Yardy Crew, für diesen unvergesslichen Abend! Möge es viele Wiederholungen geben, damit noch mehr Menschen in den Genuss der Sofa Connection kommen.

Text & Fotos: Gardy Stein

4 COMMENTS

  1. Hallo an Alle Musiker von der Sofa Connection, leider haben wir das event zu spät entdeckt.
    Aber wir wären unheimlich gerne mal dabei.
    Gibt es einen neuen Termin.
    Oder könnt Ihr schreiben, wann es ein nächstes Mal gibt?!
    Vielen Dank und frohes neues Jahr.
    Anne und Michael

    • Hi Anne und Michael, bin jetzt keiner der Musiker. Soweit ich weiß, finden die Konzerte in diesem Rahmen immer am Ende des Jahres statt. Dauert also noch 🙂

    • Die Sofa Connection ist das nächste mal beim „Reggae Jam“ Spring Edition am 2.Mai in Bersenbrück zu hören.
      Grüße Piet Abele

  2. An die Yard Crew.
    Habe kürzlich zufällig einen Beitrag des NDR aus Varel gesehen. Die Sessions der Sofa Connection spiegeln im besten Sinne das Bild einer harmonischen Verbindung zweier Kulturen wieder. Auch in den Interviews wurde deutlich, wie gut deutsches Wohnzimmer-Ambiente und karibische Musik zusammenpassen können. Ein solches Bild einer Deutsch-Jamaikanischen Gesellschaft dürfte wohl weltweit einmalig sein.
    Macht weiter so…
    Schöne Grüße aus Dortmund

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