Julia Benz @ theWALL+
Die erste Künstlerin auf theWALL+ ist Julia Benz. Ihre abstrakten Bildwelten überwinden klassische Grenzen der Malerei und laden das Publikum in einen assoziativen Kosmos ein. Mit intensiven Farben, dynamischen Formen und komplexen Kompositionen schafft sie visuelle Erzählungen, die gewohnte Wahrnehmungsmuster herausfordern und neue Blickwinkel eröffnen.
„Mein Beitrag bei theWALL+ versteht sich als malerischer Eingriff in den urbanen Raum. Ich denke Malerei nicht nur als Bild, sondern als räumliche, körperliche Erfahrung. Die Wand ist für mich eine Erweiterung der Leinwand – ein Ort, an dem sich Farbe, Bewegung und Raum verdichten. Was im Atelier eine intuitive Geste mit dem Pinsel ist, wird hier zum physischen Akt, zur Choreografie im Maßstab der Architektur. Was mich an theWALL+ besonders gereizt hat, ist die Offenheit des Projekts. Hier treffen künstlerische Ansätze aus ganz unterschiedlichen Richtungen aufeinander – mutig, interdisziplinär, ohne klassische Kuratierung, sondern mit Raum für individuelle Positionen.“
Das vollständige Interview mit Julia Benz ist auf der Plattform für Contemporary Urban Aesthetics “urbanpresents” nachzulesen.
Das Projekt
theWALL+ ist Hamburgs kuratiertes Format für zeitgenössische Wandmalerei – ein lebendiger Experimentierraum zwischen Kunst, Subkultur und öffentlichem Dialog. Die fast zehn Meter lange und 2,50 Meter hohe Wand ist nicht nur Ausstellungsfläche, sondern ein Ort, an dem Kreativität, Kommunikation und kollektive Erfahrung sichtbar werden.
Hier begegnen sich Graffiti, Malerei, Street Art, Architektur, Performance, Subkultur, Kulturvermittlung und gesellschaftliche Diskurse. Ziel ist es, Kunst dorthin zu bringen, wo sie unmittelbar wirkt: auf die Straße, in den Alltag, mitten in die Stadt.
Seit Mai 2024 zeigen wechselnde Künstler*Innen auf theWALL+ die Vielfalt urbaner Ästhetik – visuelle Statements, neue Perspektiven und eine Einladung an die Öffentlichkeit, sich aktiv und respektvoll mit Kunst im öffentlichen Raum auseinanderzusetzen.
Die Idee
theWALL+ versteht sich nicht nur als kuratiertes Format, sondern als inspirierende Plattform. Dafür hat sich ein dreiköpfiges Kurationsteam neu formiert – mit dem Anspruch, Räume zu öffnen statt Grenzen zu setzen.
Der Ort: das Gängeviertel
Ein besonderes Highlight des Projekts ist seine Lage: das Gängeviertel. Zwischen denkmalgeschützten Häusern, urbaner Wildnis und kreativem Chaos entfaltet sich hier ein Ort voller Visionen, Engagement und kultureller Vielfalt. theWALL+ wird in diesem pulsierenden Kosmos zum Impulsgeber für Dialog, Austausch und Begegnung.
Das Konzept: ZONENKINDER Collective
Die Idee zu theWALL+ stammt vom ZONENKINDER Collective – dem künstlerischen Duo CAROLÏN LØVE & PHILIPP. Seit 2003 arbeiten sie als kreatives Hybrid, in dem figurative Graffiti, Urban Art, Malerei, Skulptur sowie gesellschaftlich-ökologische Narrative miteinander verwoben sind.
Ihr Werk ist geprägt von Hip-Hop, Punk, Pop-Art, Anime und der Berliner Technoszene der 1990er – ebenso wie von akademischen Studien in Soziologie, Kulturanthropologie und Ethnologie. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich zwischen Kunst und Aktivismus, Theorie und Praxis, Szene und Institution. Die poetischen Graffiti des Duos erzählen von einer Welt, in der Kunst, Natur und Gesellschaft in Beziehung stehen – und sich gegenseitig beeinflussen.

















