Winston McAnuff
“Electric Dread”
(17 North Parade – 2025)
VP Records/17 North Parade setzt mit dem Album “Electric Dread” von Winston McAnuff die Serie an digitalen Rereleasen fort. Vor Kurzem erschien das Album “Weh Dem Fah” von Carl Meeks von 1988. Jetzt springt das Label zwei Jahre zurück und veröffentlicht den dritten Longplayer des Artists, der von Kenneth ‘Skengdon’ Black produziert wurde.
Auf gerade mal acht Songs, die von Bernard “Touter” Harvey arrangiert wurden, besingt Winston McAnuff diverse Alltagsthemen, wie etwa die Spielsucht (“Gambling Man”) auf allen möglichen Ebenen. Das Songwriting war und ist insgesamt sperrig und der Flow oft holprig. Die Riddims erscheinen auch im Rückblick zwischen den Stühlen zu sitzen. Der ein Jahr zuvor erfolgreich von King Jammy gestrickte Sleng Teng-Riddim hatte sicher schon Wirkung gezeigt, sich aber noch nicht durchgesetzt. Anders als bei dem Album von Carl Meeks, welches eher in der Tradition des digitalen Reggaes/Dancehalls zu verorten ist, wird hier klanglich herumgeeiert und uninspiriert versucht, zeitgemäß zu klingen.
Danach hatte Winston McAnuff einen Karriere-Knick, wie etliche andere Artists, die den reduzierten, digitalen Weg nicht mitgegangen sind. Später, vor allem durch seine Kooperation mit dem französischen Label Makasound ging es mit viel Schwung weiter.
Muss man “Electric Dread” hören? Nicht unbedingt. Wer aber ein Interesse an klanglichen Umbrüchen in bestimmten Genres hat, kann hier nachhören, wie schwierig dieser Übergang für manche Künstler*Innen war.
Karsten Frehe















