Looney Roots
“Traces”
(Looney Roots – 2025)

“Aus einem winzigen Flügelschlag erwächst mit „Traces“ der zweite Langspieler der Looney Roots, ein musikalischer Zeitzeuge, der den Spuren unseres Handelns und Empfindens auf den Grund geht. Mit Liedern über Demut und Dankbarkeit, Egoismus und Reue, Bewunderung und Hoffnung hat sich die Band auf die Reise zum Mittelpunkt des eigenen Seins gemacht”. Mit diesen anspruchsvollen Worten wird der zweite große Wurf der Looney Roots im Infotext eingeleitet. Ganze acht Jahre nach dem Debüt “From Roots We Rise” meldet sich die Band mit Homebase in Mecklenburg-Vorpommern hübsch verpackt und musikalisch vielfältig mit “Traces” zurück.

Wiedereinmal hat man sich vertrauensvoll an Aldubb gewendet und mit viel Liebe zum Detail in den Planet Earth Studios, Berlin, das neue Album eingespielt. Für das Mastering zeichnet Ganjaman verantwortlich und das sehr geschmackvolle Artwork stammt von FenoMental Arts. Soweit zu den allgemeinen Rahmenbedingungen, die ein Gelingen eigentlich schon garantieren.

Auf extrem geerdeten Reggae-Rhythmen präsentieren die Musiker*Innen einen bunten Reigen an Texten, die zum Zuhören einladen. Hier werden keine langweiligen Lyrics aus dem großen, mittlerweile oft öde gewordenen Karteikasten der Reggaewelt geboten. Damit entfernt sich die Band von den dazugehörigen, üblichen Klischees von der Stange, mit denen Reggae gerne gespickt wird. Schön ist dabei auch, dass mit Toni Lange, Jörn Banasiak und Theresa “Tica” Pulpitz gleich drei Stimmen zu hören sind, was den Gesang facettenreich macht. Musikalisch wird es für meine Ohren immer dann besonders schön, wenn das Tempo der Riddims gedrosselt wird, was häufig vorkommt. So zum Beispiel bei “Crossroads”, “Regrets”, “Süskind” und vor allem “The Drop”.

“Traces” ist ein schönes Album geworden. Das Warten hat sich also gelohnt. Für Vinyl-Heads gibt es eine kleine, auf 100 Exemplare limitierte Auflage mit farbigem Vinyl. Und auch die Videos zu “You Don’t Mind” und “The Drop”, produziert von Toni Lange und Alex “Tourstress” Brechow, passen gut zur Stimmung des Werks. Eine runde Sache also, die auf baldigen Nachschub hoffen lässt.

Karsten Frehe

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