Mafia Matou
“Vida”
(Mental Stamina Records – 2025)

2023 veröffentlichte Mafia Matou die EP “Serenidade”, auf der sich die beiden Köpfe des Projekts, Aurélien Calvo und Romain Frécenon, äußerst eklektisch zeigten und für ein Aufhorchen gesorgt haben. Jetzt haben sie sich mit dem Beitritt von Tatiana Valenzuela zu einem “Trio Tropical & Dub Pacifique” vergrößert. Die Sängerin steuert nicht nur ihre charmante Stimme, sondern auch kritische Texte sowie obendrein Perkussion bei. Auf jeden Fall eine Bereicherung.

Die Musik von Mafia Matou wurzelt oft auf brasilianischen Rhythmen, vereint sie aber auch mit anderen lateinamerikanischen Stilen, wie etwa Cumbia. Hinzu kommen u.a. Gypsy Jazz und Bläsersätze, die so auch auf dem Balkan zu hören sind. Manchmal weht auch ein Hauch Reggae vorbei und gelegentlich werden Dubeffekte eingebaut (beides gut nachhörbar beim Opener “El Viento”). Das liegt sicher auch daran, dass Romain als Toningenieur beim King Hi-Fi Soundsystem aus Lyon aktiv war. Aurélien hat seine musikalischen Wurzeln unter anderem beim KKC Orchestra, einer Rap-Gruppe, die seit über zehn Jahren mit ihren tanzbaren Tunes und sozialkritischen Rap-Texten weltweit tourt. Es versammelt sich also eine Menge Knowhow und eine vielseitige, musikalische Prägung und Vision. Und nun gesellt sich auch noch Tatiana mit ihrer afro-ecuadorianischen Note auf dem Album “Vida” dazu.

Die Tunes werden dabei mit analogen Instrumenten, wie etwa Posaune, Cavaquinho, Trompete, Balafon (gespielt von Jonas Chirouze auf dem Titaltrack), Pifano (Flöte) und etlichen mehr garniert und zudem mit elektronischen Sounds angereichert. Heraus kommt ein Album, das auf insgesamt elf Tracks eine spritzige Spielfreude verbreitet, die zum Tanzen anregt und zugleich Globalisierung in einem positiven Sinn feiert. Die Welt ist bunt!

Karsten Frehe

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