LikkleTown Soundsystem

Mit viel Leidenschaft, handwerklichem Geschick und einer klaren Liebe zu Roots-Reggae und Dub hat sich das LikkleTown Soundsystem aus Thun in den vergangenen Jahren einen Namen in der Schweizer Soundsystem-Szene gemacht. Im Interview spricht die Crew über ihre Anfänge, musikalische Vorlieben, technische Details und die Vision, die Soundsystem-Kultur in ihrer Region weiter wachsen zu lassen.

Seit wann existiert euer Soundsystem und wo ward ihr bislang aktiv? Habt ihr reguläre Dances, womöglich in einer Homebase?

Unser Soundsystem existiert seit etwa 2018. Angefangen hat alles mit einem kleinen Stack aus 12-Zoll-Scoops – ursprünglich war lediglich ein überschaubares Soundsystem geplant. Doch wie so oft wuchs das Projekt Schritt für Schritt, bis das heutige Setup entstand. Eine Zeit lang veranstalteten wir regelmäßig Sessions im AKuT in Thun. Nach dem Ausstieg von Philippe wurde es zunächst etwas ruhiger, inzwischen unterstützen mich Mike und Frank vom Scolyte Soundsystem tatkräftig. Gemeinsam möchten wir im kommenden Herbst und Winter wieder regelmäßig Sessions im AKuT veranstalten.

Wo bzw. wie seid ihr das erste Mal mit dem Thema Soundsystem in Berührung gekommen?

Den entscheidenden Impuls gab eine Session des Dub I Land Soundsystems aus Bern in einem kleinen Kellerlokal in Thun. Drei Superscoops reichten aus, um sofort Begeisterung auszulösen. Von diesem Moment an wurden regelmäßig Sessions besucht – und schließlich entstand der Wunsch, ein eigenes Soundsystem zu bauen.

Was begeistert euch besonders an der Soundsystem-Kultur?

Besonders faszinierend ist die Möglichkeit, ein Soundsystem nach den eigenen Vorstellungen zu bauen. Jedes System hat seinen eigenen Charakter und Klang. Dazu kommen die kraftvollen Basslines, die kreative Freiheit beim Sound und vor allem die vielen großartigen Menschen, die man innerhalb der Szene kennenlernt.

Habt ihr bei euren Selections Vorlieben?

Unser Herz schlägt eindeutig für Roots-Reggae der 70er-Jahre. Gleichzeitig bleiben wir musikalisch offen: Von Ska und Rocksteady bis hin zu modernen Stepper-Tunes ist alles möglich, solange die Selection stimmig ist und den Menschen auf der Tanzfläche eine gute Zeit bereitet.

Gibt es besondere Künstler*Innen, Produzent*Innen oder Labels?

Einen ausgeprägten Personenkult gibt es bei uns nicht. Trotzdem greifen wir häufig zu Veröffentlichungen von Studio One, Treasure Isle, High Note, Lee Perry oder Yabby You. Bei neueren Produktionen schätzen wir unter anderem Fruits Records, Hornin’ Sounds und besonders die Releases von Indica Dubs.

Welche Gäste waren bisher Highlights?

Ein besonderes Highlight war Aza Lineage beim Dubmarine 2022. Ebenso gerne erinnern wir uns an unseren Auftritt beim Dub the Wood Festival 2021. Darüber hinaus freuen wir uns immer wieder über gemeinsame Sessions mit Freunden wie Ras Romano (Golden Roots Soundsystem), Roots of Joy, I-Bredda, Wading Birds, Dubsetter Hifi oder Roots Connect.

Erzählt etwas über eure Technik.

Aktuell besteht unser Setup aus vier HogScoops mit PD1852, vier ES18-Bph-Kicks mit PD186 sowie vier MT130-Tops mit PD121, BMS-Compression-Treibern und Eminence-Tweetern. Als Verstärker kommen Crown MacroTechs zum Einsatz. Im Control Tower arbeiten unter anderem ein analoger Sage Preamp, ein Boss RE-20 Space Echo, ein Klementz Delay, eine Klementz Synare und eine Benidub-Sirene. Gespielt wird ausschließlich Vinyl – klassisch auf einem Technics 1200 MK2.

Wer übernimmt welche Aufgaben?

Grundsätzlich stemmen wir alles gemeinsam. Die organisatorischen Aufgaben laufen derzeit zwar größtenteils über mich, gleichzeitig kann ich mich jederzeit auf Mike und Frank vom Scolyte Soundsystem verlassen. Und falls jemand Lust hat mitzumachen – insbesondere am Mikrofon – freuen wir uns jederzeit über Unterstützung.

Welche Visionen habt ihr?

Wir möchten wieder regelmäßig Sessions im AKuT in Thun veranstalten und die Soundsystem-Kultur in unserer Region bekannter machen. Auch wenn Thun bislang keine große Reggae-Hochburg ist, bleiben wir motiviert. Oder, um es mit unseren eigenen Worten zu sagen: It’s a rocky road!

Welche Tipps habt ihr für Einsteiger*Innen?

Unser Rat lautet: klein anfangen. Ein Halfstack reicht völlig aus und kann später jederzeit erweitert werden. Außerdem lohnt es sich, den Austausch mit anderen Soundsystems zu suchen – die Szene ist hilfsbereit und oft findet sich sogar passendes gebrauchtes Equipment.

Interview: Christian Bautze-Boeke (7/2026)

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