Culture, Mortimer, Romain Virgo & Ijahman Levi in Hamburg

Pünktlich startete das Reggaeville Easter Special in der gut gefüllten Fabrik mit jeweils einem kurzen Set von Janeel Mills gefolgt von Tori Lattore, die es sichtlich genossen, ihre Qualitäten als Soloartists zu beweisen, bevor sie Mortimer und Romain Virgo als Backgroundsängerinnen begleiteten. Anschließend betrat ein gut aufgelegter Mortimer die Bühne und stellte mit seinem Auftritt klar, dass er völlig zurecht einer der vielversprechendsten Nachwuchssänger aus Jamaika ist.

Mit seiner angenehmen Stimme präsentierte er neben älteren Tracks, einige Songs seines hervorragenden Albums “From Within” und erzählte dem Publikum zwischendurch einige interessante Anekdoten. Zum Beispiel, dass er einen großen Teil der Backingband schon seit seiner Schulzeit kennt und sie sich schon damals ausgemalt haben, auf den internationalen Bühnen zu stehen, um ihre Songs zu präsentieren. Das Publikum war von seinem sympathischen Auftritt begeistert und man kann hoffen, dass es in Zukunft noch viel von ihm zu hören gibt.

Danach folgte Romain Virgo, der mit einer modernisierten Powerperformance im Stil von Toots & The Maytals oder alten Soullegenden wie Otis Redding überraschte. Leider gerieten dabei die Leichtigkeit und die Ohrwurmqualität seiner Songs sehr in den Hintergrund. Nach Romain Virgos schweißtreibendem Auftritt folgte eine Umbaupause und Ijahman Levi startete mit neuer Backingband. Der sichtlich gealterte Veteran bemühte sich redlich, konnte aber weder stimmlich noch konditionell überzeugen. Glücklicherweise konnte dieses Manko aber von der hervorragenden Band und dem Soundmixer mehr als ausgeglichen werden. Während Ijahman Levi viele Ruhephasen während seines Auftritts brauchte, nutzten vor allem der Schlagzeuger und der sehr rockige Leadgitarrist die Lücken, um ihr Können zu präsentieren. Der Soundmixer baute stimmige Dubeffekte ein, so dass der Auftritt trotzdem Spaß machte und man sich freuen konnte eine der letzten Legenden der 70er Jahren noch einmal live sehen zu dürfen. Den Abschluss des Abends bildeten Culture, die von Joseph Hills Sohn Kenyatta weitergeführt werden und einen energiegeladenen Auftritt ablieferten. Mit den unsterblichen Klassikern wie “Two Sevens Clash”, “International Herb” oder “Why Am I A Rastaman” brachte die Band die Halle trotz des späten Abends noch einmal zum Kochen. Als letzten Song wurde mit “Redemption Song” Bob Marley gehuldigt und das Publikum zum Singen animiert. Ohne Zugabe ließ das Publikum Culture aber nicht gehen und so gab es zum Schluss “I’m Not Ashaimed” in einer extralangen Version, bei der alle Musiker noch einmal Raum für ein Solo hatten. Kurz vor ein Uhr nachts trat das zufriedene Publikum dann den Heimweg an.

Text und Fotos: Peter Stutz

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