Dreadsquad
“Reggae From The Desert”
(Superfly Studio – 2024)
Man muss auch mal eine Pause machen und sich anderen Dingen widmen, wie etwa dem Bau eines neuen Studios. Sieben Jahre nach der Veröffentlichung der “Riddim Machine”-Alben liegt mit “Reggae From The Desert” ein neues Album von Marek “Dreadsquad” Bogdański vor. Der extrem vielseitige Produzent aus Polen hat schon in der Vergangenheit immer wieder überrascht. Das gelingt ihm auch mit dem nun vorliegenden Longplayer, auf dem er Reggae und Dub mit Jazz und Ethio-Jazz kombiniert. Klingt spannend und ist es auch! Zudem folgt er der seit Jahren wieder vermehrt auftretenden Tendenz, Instrumental-Alben auf den Markt zu bringen. Auf “Reggae From The Desert” tauchen nur zwei Worte auf – eine zu vernachlässigende Größe.
Das Konzept für das Album entstand bereits 2015 im Studio von Prince Fatty, wo Winston “Horseman” Williams Schlagzeug und Perkussion für Dreadsquad aufnahm. Inspiriert von Mulatu Astake, einem der bedeutendsten Köpfe des Etio-Jazz, machte sich der Pole an eine eigene Interpretation des Tracks “Yèkèrmo Sèw” vom Großmeister. Zauberhaft legen sich hier das Flötenspiel von Don Fe, Craig Croftons Saxophon und Piotr Zabrodzkis Klaviermelodien über einen eleganten, dubbigen Rhythmus. Das Ganze wurde vor einigen Monaten als Single veröffentlicht und kündigte, neben dem “Ethiopian Rhythm”-Release, das nun vorliegende Album amtlich an.
Die entspannte Atmosphäre gepaart mit der Spielfreude der beteiligten Solisten setzt sich auf allen weiteren Tunes fort und machen das Album zu einem Ohren-Schmeichler. Gekonnt werden hier Brücken zwischen den Stilen geschlagen. Und wer mit dem Werk von Dreadsquad vertraut ist, wird wissen, dass Alles auf höchsten Niveau stattfindet.
Karsten Frehe















