Dubblestandart
“Bass 4 A Nervous Planet”
(Echo Beach – 2025)
Die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den letzten Jahren können einen wirklich nervös und ängstlich machen. Die Welt fällt auf vielen Ebenen auseinander: Das, was man für wichtig und zivilisiert hielt, wird mächtig auf die Probe gestellt. Rechte für Minoritäten werden gecancelt, Demokratieprinzipien ausgehöhlt oder negiert, Kriege gefochten und Hass geschürt. Eine Menschheit auf der Suche und eine Welt, die sich nach stabilen und fairen Bedingungen sehnt, auf sie aber wohl noch warten oder sie erkämpfen muss.
In genau dieser Zeit veröffentlicht Dubblestandart aus Wien das mittlerweile 16. Studioalbum “Bass 4 A Nervous Planet”. Und die wirren Zeiten sind an einigen Stellen nachzuhören, atmosphärisch oder sogar sehr direkt. So wurde z.B. der Track “Evil Empire” vom Album “Heavy Heavy Monster Dub” (2004) in ein neues Gewand gesteckt und mit diversen Zitaten von dem größenwahnsinnigen und narzisstischen Trump angereichert als Trumpenstein Refix auf das Album genommen. “I alone can fix this”… bedrückend und verrückt.
Dazwischen bekommt man das zu hören, was man von Dubblestandart gewohnt ist. Sauber produzierte, tiefergelegte Musik, mal intensiver und treibender, wie zum Beispiel beim “Electrical Dub” oder “Chomsky Dub”, dann wieder ruhiger. Hier sticht vor allem die Zusammenarbeit mit Arta Ardens aus Bristol hervor, die ihren schönen und zugleich leicht zerbrechlich wirkenden Gesang zu “Black Cherries” und “Burnt Bridges” beisteuerte. Hier rutscht der Sound angenehm in Richtung Trip-Hop.
Ganz am Ende gibt es ein Wiederhören der Melodie vom “Dritten Mann”, ein Film der 1947 in Wien gedreht wurde und zu einem Klassiker wurde. Zu hören sich hier die Stimmen von Orson Welles und Joseph Cotton (sehr reduziert) eingebettet in ein äußerst dubbiges Umfeld.
Karsten Frehe















