Dubmones
“A Tribute To The Ramones”

(Echo Beach – 2025)

“Was wäre, wenn sich eine Punkrock-Band wie die Ramones an einem anderen Ort der Welt, aber in einem ähnlichen Jahrzehnt, getroffen hätte? Was wäre, wenn sie sich nicht in New York, sondern in Kingston gegründet hätten? Wie hätten sie ihre Anti-Haltung zum Ausdruck gebracht, während sie sich von Toots & The Maytals und King Tubby statt von MC5 und den Stooges inspirieren ließen?”

Dieser Frage sind die Dubmones nachgegangen. Die Idee für das Projekt kam von Nicolai Beverungen (Echo Beach), der in der Vergangenheit schon etliche Projekte gestartet hat, die auf Coverversionen gesetzt haben. Eines der Erfolgreichsten war “Dubxanne – The Police In Dub” (2008). Den Kern der Dubmones bilden André Meyer (Bass, Posaune, Melodica), Manuel Schürholz (Gitarre), Sebastian Sturm (Gesang, Gitarre), Guido Craveiro (Keys) und Raul Pfeffer (Schlagzeug). Guido Craveiro und Manuel Schürholz waren auch schon an dem Dubxanne-Album beteiligt. Jetzt also Neubearbeitungen von Songs der Ramones, die insgesamt gut gelungen und unterhaltsam sind. Der Transfer in andere Gewänder belebt Tracks, wie etwa “Blitzkrieg Bob”, “I Wanna Be Sedated” oder “Pet Sematary” mit einem frischen, karibischen Klanggefühl. Dabei werden die originalen Lyrics nicht 1:1 wiedergegeben, sondern ebenfalls adaptiert und ergänzt. Und so wird dann z.B. aus Sheena, die bei der Vorlage Punkrockerin war (“Sheena Is A Punkrocker”), eine Rocksteady- und Ska-Liebhaberin (“Sheena Is A Rudie Now”) mit entsprechendem Riddim. Zwischendrin gibt es immer wieder Ausschnitte von Interviews mit den Ramones in dezenten Dosen zu hören.

Besonders beachtlich ist die Schar an äußerst interessanten und namhaften Gast-Stimmen, die das Album bereichern. Hier mal die gesamte Liste zum Staunen: Susan Cadogan, Welton Irie, Alpheus, Ranking Joe, Prince Alla, U Brown, Shniece McMenamin, Horseman, Keith & Tex, Dennis Alcapone, Jr. Thomas, Ranking Ann, Earl 16, Oku Onuora und Dr. Ring Ding. Sebastian Sturm ist bei zwei Tracks an den Vocals zu hören. Eine illustre Runde also, die stilistisch eine enorme Bandbreite hinlegt und zur Frische des Longplayers beiträgt. Zugegeben, ich war nie ein wirklicher Fan der Ramones. Die neuen Versionen (mitsamt einigen Dubs) machen mir allerdings viel Spaß, vor allem, weil sie sich oft und nicht selten überraschend auch textlich von den Vorlagen entfernen.

Karsten Frehe

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