Dieses Soundsystem-Interview ist ein Teil einer Reihe. Weitere Interviews findest du fortan in unserer Kategorie Soundsystem Culture.


Dubrooted Soundsystem, Freiburg

Mit Dubrooted wächst in Freiburg eine Crew heran, die mit eigener monatlicher Session die Soundsystem-Kultur bereichert. Was während des Lockdowns als Idee begann, ist inzwischen zu einer festen Homebase geworden – mit klarem Fokus auf Roots, Dub und Steppas. Mit viel Eigenarbeit, technischem Feingefühl und Liebe zur Musik entsteht hier Schritt für Schritt etwas Beständiges. Wir freuen uns, euch Dubrooted in diesem Interview näher vorzustellen.

Seit wann existiert euer Soundsystem und wo ward ihr bislang aktiv? Habt ihr reguläre Dances, womöglich in einer Homebase?

Während dem Lockdown 2020 dachte Max sich, dass er gerne ein Soundsystem bauen würde und das ist dann mit vielen Pausen im Sommer 2023 fertig geworden. Seit März 2024 haben wir eine monatliche Session, jeden dritten Donnerstag in der Kats in Freiburg. Die Kats dürfen wir mittlerweile auch unsere Homebase nennen und veranstalten nur dort, da es in Freiburg leider wenige Locations gibt, an denen wir den Sound ordentlich aufdrehen können.

Wo bzw. wie seid ihr das erste Mal mit dem Thema Soundsystem in Berührung gekommen? Haben euch spezielle Events oder andere Soundsystems dazu inspiriert, ein eigenes System in Angriff zu nehmen?

Die erste Begegnung mit der Soundsystem Kultur kam bei mir (Max) vor ca. 13 Jahren in meiner Heimatstadt Pforzheim. Dort hatten damals das Ganja Riddim Soundsystem aus Karlsruhe mit Fullstack gespielt und ich war von Sekunde 1 komplett fasziniert. Diese riesige Wand aus Boxen und der Vibe, den diese erzeugt hat, brachte meine liebe zur Offbeat-Musik nochmal auf ein anderes Level. Kurz danach hatte ich schon den Traum, eines Tages selbst so ein Soundsystem bauen zu wollen und selbst Dances zu veranstalten. In der Zeit habe ich auch angefangen Vinyl zu kaufen und mir meine ersten Dub Platten zu kaufen.

Was begeistert euch besonders an der Soundsystem-Kultur?

Die Faszination liegt ganz bei der Musik. Es ist einfach etwas ganz Besonderes, diesen Vibe, den das Soundsystem erzeugt, zu erleben. Zudem ist die Szene eine sehr offene und herzige, was wir alle sehr schätzen und lieben.

Habt ihr bei euren Selections Vorlieben? Welche Musik ist bei euren Dances zu hören?

Bei uns gibt es ein sehr breites Angebot an Selections, da wir eine Selectress und drei Selector haben. Von Roots über Dub, bis zu schnelles Heavy Steppas ist bei uns alles mit dabei. Bei Jana und Max gibt es viel in die richtung Roots, Rub-A-Dub bis Steppas. Joscha und Bene sind dann auch meist für die etwas schnelleren heavy Steppas Zuständig und so ergibt sich immer eine schöne Mischung aus verschiedenen Facetten üben den Abend.

Gibt es besondere Künstler*Innen, Produzent*Innen oder Labels, die ihr besonders mögt und dementsprechend auch häufiger spielt?

Da bei uns das Spektrum so weit ist, bei dem was wir spielen, kommen viele Labels, Artists und Produzenten ins Spiel. Was ich aber sagen kann ist, dass wir alle gerne die Produktionen von Moonshine Records, Steppas Records, Whodemsound, Roots Vibration und Blackboard Jungle hören und spielen. Lions Den, Higher Meditation aber auch Joe Yorke, Stand High Patrol und Earl Sixteen werden bei unseren Sessions regelmäßig auf die Teller gelegt.

Es gab sicher bei euren bisherigen Veranstaltungen schon viele Gäste? Andere Soundsystems und/oder Künstler*Innen/ Produzent*Innen etc.. Welche Gäste würdet ihr als Highlights bezeichnen?

Da wir jetzt „erst“ seit 2 Jahren veranstalten, hatten wir noch nicht so super viele Gäste bei uns. Was für mich (Max) aber auf jeden Fall bis jetzt das größte Highlight war, ist, dass Ganja Riddim mit einem Teil ihres Sounds bei uns in der Homebase waren und wir ein sehr schönes 2er Scoop Meeting hatten. Für mich ein sehr besonderer Moment, da ich, wie oben beschrieben, über deren Sound diese Musik kennengelernt habe und über 10 Jahre später mit den gleichen Jungs eine eigene Veranstaltung gemacht habe.

Das Betreiben eines Soundsystems hat neben der Musik viel mit Technik zu tun. Stellt bitte eure aktuelle Hardware für die technisch interessierten Leser*Innen vor.

Also was den Sound an sich betrifft, haben wir aktuell in unseren Scoops Void und PD-Treiber, in den HD15 auch PDs und in den Tops 12er Kappas und 1” Hörner. Im Rack haben wir eine Behringer Ultradrive Pro dxc2496, eine t.amp Proline 3000, t.amp ta 2400 und eine t.amp tsa 2200. Fürs Abmischen haben wir einen Yamaha MG 12, an dem dann unser Pioneer DJM 450 angeschlossen ist. Fürs Auflegen benutzen wir Reloop RP6000. Dazu kommen dann noch eine BeniDub-Sirene und eine Lickshot-Sirene, die an ein extra Delay angeschlossen ist.

Alleine schon logistisch ist ein Soundsystem herausfordernd. Wer macht bei euch was? Wer legt auf, wer macht die Flyer, wer baut auf etc.?

Wir versuchen tatsächlich bei uns, dass alle alles machen. Natürlich gibt es dann den einen oder die andere, die in bestimmten Bereichen mehr weiß aber der Fokus liegt schon darin, dass alle den gleichen Skill haben – Zumindest was die Aufgaben beim Aufbau auf unseren Veranstaltungen angeht. Sonst sind wir Vier die Auflegen: Jana, Joscha, Bene und Max. Jana kümmert sich im Normalfall auch um unsere Flyer und ist mit Annika für sehr viel im Hintergrund aktiv. Ohne die beiden würden wir wahrscheinlich im Chaos versinken während unseren Veranstaltungen. Linda kümmert sich immer gerne um unsere Sticker und bildet mit Jana so unser kreatives Zentrum. Max ist Großen und Ganzen für die technischen Dinge, was das Soundsystem angeht, zuständig, da er zu großen Teilen den Sound gebaut hat und sich am meisten mit der Materie auskennt. Sonst ist Rapha noch Teil der Crew, der überall mit anpackt, wo es was zu tun gibt und kümmert sich meistens um die kulinarische Verpflegung bei unseren Veranstaltungen und ist die gute Seele unserer Crew.

Welche Visionen habt ihr für euer Soundsystem? Was steht demnächst an?

Unsere Vision ist es, die kulturelle Landschaft in Freiburg mit unserem Sound zu bereichern und verschiedene Sound aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu uns einzuladen und auch zu anderen Sounds zu fahren. In Zukunft wollen wir auch mehr Artists und Crews bei uns einladen und natürlich unseren Sound langsam, aber stetig wachsen zu lassen.

Welche besonders wichtigen Tipps habt ihr an diejenigen parat, die derzeit darüber nachdenken, selbst aktiv zu werden?

Wir hätten am Anfang nicht gedacht, wie viel Arbeit es mit sich bringt, ein Soundsystem zu betreiben und welche Aufgaben das alles beinhaltet. Für mich (Max) war am Anfang die genaue Planung des Sounds essenziell und hat viel Stress im Nachgang erspart. An der Stelle nochmal ein dickes Dankeschön an Max von Ganja Riddim für den vielen guten Input! Ansonsten – FORWARD EVER!!

Interview: IrieItes-Crew/Christian Bautze-Boeke (2/2026)

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