Gaudi
“Jazz Gone Dub”
(Dubmission Records – 2025)
Der in Italien geborene Multiinstrumentalist Daniele Cenacchi aka Gaudi ist für seine musikalische Vielfältigkeit bekannt. Er surft elegant zwischen den Genres, vermischt dabei diverse Stile und zeigt sich äußerst experimentierfreudig. Seit Mitte der 90er Jahre lebt und arbeitet er in Großbritannien. Die Liste seiner Kooperationen ist mehr als stattlich, denn er hat u.a. mit Mad Professor, Adrian Sherwood, Lee “Scratch” Perry, Scientist, Dreadzone, Prince Fatty und Dennis Bovell zusammen gearbeitet.
Auf “Jazz Gone Dub” lässt er nun auf eine sehr ansprechende Art “die improvisatorische Essenz des Jazz mit den schweren, atmosphärischen Grooves des Dub verschmelzen” (Infotext). Hierfür hat er sich mit einer ganzen Reihe von namhaften Musikern zusammen getan, von denen hier lediglich Ernest Ranglin, Horseman, David Hinds (Steel Pulse), Jah Wobble und Mr Woodnote (Dub FX) genannt werden, um einen Eindruck von der versammelten Virtuosität zu bekommen.
Nun ist die Verbindung von Jazz und jamaikanischer Musik wahrlich nicht neu. Schon in den Anfangstagen waren Musiker am Werk, oft Absolventen der Alpha Boys School, die gerne auch als “Wiege jamaikanischer Musik” bezeichnet wird, die dem Jazz huldigten. Man denke da z.B. an Don Drummond, Lester Sterling, Bobby Ellis, Cedrics “IM” Brooks oder Tommy McCook. Ernest Ranglin, der auch auf “Jazz Gone Dub” zu hören ist, war zwar nicht Schüler der Schule, aber ein ständiger Besucher. Auch aktuell spielt Jazz im Reggae immer wieder eine Rolle – man denke da z.B. an die großartigen Kompositionen von Groundation aus Kalifornien.
Auf “Jazz Gone Dub” bieten die Reggaegrooves eine voranpumpende und mit dezenten Dubeffekten garnierte Basis für jazzige Improvisationen. Auf Tracks wie “H.E.L.P (Happy Elephants Love Pistachio)”, “Deflated and Discombobulated” oder “Alabaster Moon” zeigen die beteilgten Akteure ihr Können und erschaffen zeitlose Stücke, die nicht bloße Mash Ups sind, sondern sorgsam und organisch die Schnittstellen zweier Musiktraditionen untersuchen. Dabei ist Gaudi als Produzent, Koordinator und Musiker (vor allem an diversen Tasteninstrumenten) das Mastermind des Projekts, das über den Zeitraum von insgesamt vier Jahren entstanden ist. “Jazz Gone Dub” ist gleichermaßen für Jazz- und/oder Reggae-Fans interessant.
Karsten Frehe















