Hempress Sativa x Paolo Baldini DubFiles, Alborosie & Steel Pulse in Hamburg

Und, schwupps, schon wieder Ostern. Gefühlt war das letzte Reggaeville Easter Special noch gar nicht so lange her. Auch 2026 kehrte der Event wieder zurück in die ehrwürdige Fabrik, um den letzten von insgesamt fünf Abenden der Tour zu feiern. Das Lineup war in diesem Jahr besonders dick und hat bei allen Konzerten sehr viele Menschen in die Hallen gezogen.

Paolo Baldini DubFiles betrat als erster Künstler die Bühne und startete mit zwei Live-Dubs – u.a. einer Version von Noiseshapers “We Rock It”. Danch kam Hempress Sativa äußerst elegant gekleidet dazu und machte von Anfang an klar, dass sie in Sachen Flow und Style ganz weit vorne ist. Aktuell ist ihr Album “Woman” erschienen – produziert von dem italienischen Dub-Wizzard. Es versteht sich von selbst, dass einige Songs des Albums im Set zu hören waren. Hempress Sativa überzeugte durch eine angenehm unaufgeregte Präsenz und viel Coolness. Selbstverständlich durfte ihr Song “Boom (Wah Da Da Deng)” nicht fehlen, der vom anwesenden Publikum mächtig gefeiert wurde. Ein gelungener Start in einen langen Abend also!

Alborosie und der Shengen Clan traten als zweiter Act auf. Insbesondere der Shengen Clan fiel hier wieder einmal als 1a-Live-Band auf und sorgte für gut gespielte Backings, die Alborosie solide bediente, insgesamt aber etwas müde und verhalten wirkte. Mit Songs, wie “Rolling Like A Rock”, “Police” und, na klar, “Kingston Town” holte er auf jeden Fall die anwesenden Fans ab und sorgte für gute Stimmung. Besonders gelungen war insgesamt der Auftritt der beiden Backgroundsängerinnen Kaylia Rhoden und Deasha Gordon. Bei zwei eignenen Parts innerhalb des Sets brachten sie viel Energie auf die Bühne und sangen u.a. eine Coverversion von Rita Marleys “One Draw”. Respekt! Apropos Coverversionen… warum Alborosie bei der Fülle an eigenem Material sowohl Bob Marleys “Get Up, Stand Up” als auch John Holts “Police In Helicopter” präsentierte, war mir persönlich schleierhaft. Er hat doch selbst genug Songs mit Mitsingpotential im eignenen Backkatalog.

Highlight des Abends war auf jeden Fall Steel Pulse. Was für ein energiegeladener, lebendiger Auftritt dieser UK-Legenden! David Hinds (Gesang, Gitarre und Mundharmonika) war bestens in Form und lieferte ein Set mit etlichen Hits der vergangenen fünf Jahrzehnte. Und die Band machte mächtig Druck. Mit an Bord waren u.a. die Songs “Handsworth Revolution” (vom allerersten, gleichnamigen Album von 1978), “Bodyguard”, “Drug Squad”, “Stop You Coming And Come” in in einer pumpenden Ska-Version, “Babylon Makes The Rules”, “Steppin’ Out” und “Don’t Let Go”. Als Zugaben einer sehr virtuosen und mitreißenden Show kamen “Your House” und “Respect” (mit Gästen von dem Shengen Clan) am Ende des Abends dazu und beendeten ein sehr gelungenes Reggaeville Easter Special in Hamburg.

Text: Karsten Frehe, Fotos: Peter Stutz und Johannes Welslau

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