Jamaican Jazz Orchestra
“All For A Reason”
(Zephyrus Records – 2025)

Das belgische Jamaican Jazz Orchestra legte 2015 mit dem Album “Encounters” das erste Album vor und 2019 folgte mit “Rain Walk” der zweite Longplayer dieser Enthusiasten, die gekonnt Jazz mit Reggae, Rocksteady und anderen Spielarten jamaikanischer Offbeat-Musik vereinen. Es versteht sich dabei von selbst, dass sie von GrĂ¶ĂŸen, wie den Skatalites und Ernest Ranglin inspiriert wurden. Letzterer sei vor allem zu nennen, da sich Wouter Rosseel, der Kopf der Band, als Gitarrist selbst gerne mit Improvisationen an den Eigenkompositionen beteiligt. Mit der Band Pura Vida war der Musiker u.a. mit den Congos und Lee “Scratch” Perry unterwegs.

Auf der EP “All For A Reason”, die kĂŒrzlich bei dem belgischen Label Zephyrus Records erschien, werden fĂŒnf edle Kompositionen versammelt, bei denen treibende Reggae-Rhythmen auf die improvisatorische Freiheit des Jazz treffen. Und das auf jeden Fall sehr gelungen und virtuos. Schön ist dabei, dass einzelnen Musikern viel Raum fĂŒr Improvisationen gegeben wird, was in dieser Ausgiebigkeit zu den frĂŒhen Ska-Zeiten nicht unbedingt so ĂŒblich war. Gerne greift dabei der Bandleader zur Gitarre. Hinzu kommen schön gespielte BlĂ€ser, elegante Orgelpassagen und eine tight voran pumpende Rhythmus-Gruppe, die allesamt die Instrumentals zu einem sehr kurzweiligen Genuss machen. Das Jamaican Jazz Orchestra ist tief in der Vergangenheit verwurzelt, trĂ€gt die Vibes aber zugleich Ă€ußerst frisch in die Zukunft.

Karsten Frehe

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