King Size Dub: Hamburg
(Echo Beach -2025)

1995 – also vor 30 Jahren – wurde mit “King Size Dub Vol. 1” das erste Kapitel einer Dubcompilation-Serie aufgeschlagen, die bis heute weltweit Beachtung findet. Damals wurde der Fokus eher auf UK-Produktionen gelegt, die Mitte der 90er innerhalb der Reggae – und Dubszene einen kleinen Hype erfuhren. Mit dabei waren u.a. Zion Train, The Rootsman, The Disciples sowie die Revolutionary Dub Warriors. Die folgenden 28 Compilations der King Size Dub-Reihe, inclusive der King Size Dub Specials (u.a. zu Dub Syndicate, Noiseshaper und On-U Sound) haben den Bogen in Sachen Dub weit geschlagen. Dogmatismus war noch nie die Sache von Echo Beach.

Mit dem ersten Kapitel wurde zugleich das Label Echo Beach in Hamburg gegründet. Zum 30. Jubiläum geht das Label nun mit “King Size Dub: Hamburg” an den Start und liefert “ein multidimensionales Porträt seiner Heimat- und Hansestadt Hamburg” (Infotext). Auch hier werden wieder Klänge versammelt, die kaleidoskopartig ausloten, was in Sachen Dub möglich war und ist.

So sind selbstverständlich auch Produktionen mit dabei, die Mitte der 90er Jahre im Dunstkreis der Rote Flora entstanden. Zu nennen wären hier insbesondere die Tracks “Generation Of Dub” von Pensi meets Dub Me Ruff Soundsystem oder “Pissen From Outta Space” (Absolute Beginner) auf denen gut nachzuhören ist, dass Hamburg zu dem Zeitpunkt klanglich locker an den Rest des Dub-Universums anknüpfen konnte.

“King Size Dub: Hamburg” versammelt insgesamt 36 Tracks auf zwei CDs. Das ebenfalls erhältliche Vinyl wartet mit 10 Titel auf. Das Spektrum reicht von Tunes, die man in der Reggae- und vor allem Soundsystemszene verorten würde – hierzu gehören etwa JahYu featuring Ras Tinnys “Again Again” im Alpha & Omega Remix oder Haghbin und Annananda mit “In Meiner Haut” – bis hin zu Produktionen, die man eher anderen Szenen zuordnen würde. Dub ist als Technik und Haltung universell und hat sich seit der Erfindung des Genres auf Jamaika über die Welt verbreitet und Einfluss auf viele Musikstile genommen. Ein verkürztes Namedropping mag das verdeutlichen: mit dabei sind, neben den schon genannten Künstlern, Fettes Brot, Deichkind, Legoluft, Dub Division, Erobique, Die Goldenen Zitronen, die Kings Of Dubrock, das Knarf Rellöm Arkestra, Udo Lindenberg und Jan Delay, Station 17, Kastrierte Philosophen und viele mehr. Ein bunter Reigen in farbenfrohen Dub-Gewändern also, der viele Geschmäcker bedient und sich vor der äußerst vitalen Szene an der Elbe verneigt.

Karsten Frehe

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