
Lutan Fyah, Jah Mason & Zhayna – “Roots & Culture #3 Tour”
Am vergangenen Mittwoch erst haben Protoje und Tippy I die Fabrik gerockt, und schon am Sonntag war wieder Royalty in der Stadt: Lutan Fyah und Jah Mason gaben sich die Ehre, und hatten zur Verstärkung auch noch Zhayna dabei! Seit einem Monat waren die drei gemeinsam in Europa auf Tour gewesen (die meisten Shows wurden sogar mit Band gespielt), und ausgerechnet in Hamburg feierten sie ihren letzten Auftritt dieses Ritts.
Austragungsort war das Indra, ein feiner Club mit langer Geschichte “where The Beatles played first”, und Veranstalter Mighty V hatte gleich vier Soundsystems zum Support geladen. Das erste, Roarin Sound, begann denn auch pünktlich zum Doors open mit einem Dubplate-Feuerwerk (meine Highlights waren “Judgement Day” von Raging Fyah und Samory I), und so langsam trudelten auch die ersten Gäste ein. Leider wurde es nicht wirklich voll, aber die die da waren, hatten richtig Bock!

Nach diesem gelungenen Opening übernahm Star 1 Intl. das Pult und wurde nach ca. 30 Minuten von Timeless Sound abgelöst, der auch Ankündigung und Backing der “special guests” des Vorprogramms übernahm. Quest Jam hieß der erste, dessen Namen man sich aber höchstens merken muss, damit man um seinen nächsten Auftritt einen großen Bogen machen kann (da sind noch viele Stunden Gesangsunterricht nötig, um das erträglich werden zu lassen). Soljii, der zweite im Bunde, war zwar stimmlich besser, konnte aber niemanden so richtig vom Hocker reißen, weshalb alle froh waren, als mit Zion Zoundzystem wieder richtige Musik übernahm. Das allerdings nur kurz, denn mit drei verbleibenden Acts hatten wir noch viel vor!

Für den reibungslosen Ablauf der verbleibenden Show sorgte nun Damalistik (seines Zeichens DJ, Selector & Producer von Roots Survival Sound), und auch an den Tonmann des Clubs geht dicker Respekt raus – toller Sound, den ganzen Abend hindurch! Damalistik kündigte die jamaikanische Newcomerin Zhayna an, die sich aber mit einem Cover von Estelle’s “Come Over” dann gleich selbst angemessen vorstellte. Ihre eigentliche Stärke kam in den schnelleren, Dancehall-lastigen Stücken zum Tragen, die dann folgten, so z.B. “Spend Some Time/ Outside”, für das sie sich auch direkt einen Tanzpartner auf die Bühne holte (big up Adamski any time). Sympathisch und talentiert – von dieser Lady werden wir sicher noch viel hören!

Der nun folgende Sänger bedurfte keiner Vorstellung – Jah Mason in da house! Natürlich hatte er seinen Hit “My Princess Gone” dabei, den er aber erst gegen Ende des ca. 30-minütigen Sets abfeuerte. Zunächst präsentierte er in seiner angenehmen Reibeisen-Stimmen Stücke wie “Most High” und “Ganja For Life”, wobei er alle Anwesenden auf seine Farm in Jamaika einlud, um mit ihm selbst angebautes Gras zu rauchen. Darauf kommen wir doch gern zurück! Spaß machte sein Set auf jeden Fall, auch weil er den “local hero” King Pata zwischendurch auf die Bühne holte und es zwei Pull-Ups für den eingangs genannten Song gab. Party is on!

Die Stimmung war somit auf dem Höhepunkt, als Lutan Fyah die Bühne betrat – für mich einer der beständigsten und professionellsten Artists im Business. Was kann der Mann singen! Er hatte sowohl altbekannte Songs wie “Come Over” (auf dem Major & Minor Riddim) als auch ganz neue Stücke für uns dabei, so z.B. den Titeltrack seines gerade erschienenen Albums “Strength & Resilience”, das ich euch wirklich ans Herz legen kann. Nachdem auch er etwa eine halbe Stunde gesungen hatte, winkten die Künstler zum Abschied und begaben sich dann ins Backstage, wo sie aber noch für Fotos mit einigen Fans posierten. Mit ein paar schönen Tunes von der abschließenden ca. einstündige Selection vom Zion Zoundzystem im Ohr machten wir uns dann auf den Heimweg. Ein schöner Abend, “despite the small numbers”, wie Jah Mason bemerkte – we give thanks!
Text & Fotos: Gardy Stein


























