Mc Anuff Family & The Ligerians
“Africa My Destiny”
(SoulNurse Records – 2026)

Als Winston McAnuff zu einem spontanen Besuch im SoulNurse-Studio erschien, in dem seine Tochter Nadia gerade mit The Ligerians an ihrem Album “Shelter From The Storm” arbeitete, dachte noch niemand an eine weitergehende Zusammenarbeit. Doch nach einer gelungenen Session, bei der der Song “Colors” aufgenommen wurde, entstand die Idee, zusammen mit Nadias Bruder Kush McAnuff eine gemeinsame Tour im Frühjahr 2025 zu machen. Zwischen den Gigs nahmen die McAnuffs die Songs für das nun vorliegende Album mit den Ligerians in deren Studio auf.

Mit dem Opener “Be Careful” gedenkt die McAnuff Family ihrem Bruder bzw. Sohn Matthew McAnuff, der im August 2012 im Alter von 25 Jahren ermordet wurde. Viele werden den Song bereits von Inna De Yard kennen und auch die Version mit den Ligerians unterstreicht die Qualität des Songs. Der folgende im Afrobeat gespielte Titelsong “Africa My Destiny” erinnert mich an die in den 80ier Jahren sehr populäre senegalesische Band Toure Kunda. Es folgt mit “See I Face” ein schöner Rootstitel von Nadia McAnuff, dessen Refrain textlich an Horace Andys “See A Man’s Face” angelehnt ist, aber musikalisch durchaus ein eigenständiger Titel ist. Im Song “Lock Up” beklagt Winston McAnuff, dass jemand wegen etwas Ganja wie ein Schwerverbrecher ins Gefängnis gesteckt wird, was ja glücklicherweise auch auf Jamaika heute nicht mehr üblich ist. Weiter geht es mit Kush McAnuff, der mit dem flotten “The Greatest Thing To Know” ein Loblied auf das Wissen an sich singt, gefolgt von Winston McAnuffs optimistischen Song “Bad Times Don’t Last”. “Glory Of Dada” von Nadia McAnuff ist ein Loblied auf Rastafari und direkt danach kommt das von einem treibenden Rhythmus untermalte “Story Come To Bump” von Winston McAnuff. “Troubles Away” von Kush McAnuff ist dann noch einmal ein kräftiger Rootstitel, der mit schönen Gitarrenparts und wohldosierten Dubeffekten erfreut. Als letzten Track singt Winston McAnuff mit “Rende-Vouz” eine Coverversion von Freddie MacKay und lässt das Familientreffen damit niveauvoll ausklingen.

“Africa My Destiny” ist wirklich ein gelungenes Album und mit den Ligerians hat die McAnuff Family eine der besten europäischen Backgroundbands ins Boot geholt. Der von Gabriel Bouillon mit dezenten Dubeffekten angereicherte Sound, der von Tippy I gemastert wurde, lässt auf weitere Kooperationen hoffen.

Peter Stutz

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