Pachyman
“Another Place”
(ATO Records – 2025)

Pachyman, ein Multiinstrumentalist mit Wurzeln in Puerto Rico und Heimat in Los Angeles, ist aktuell ein Liebling der Kritik und in Sachen Dub kombiniert mit lateinamerkanischen Grooves sicher eine Augen- und Ohrenweide. Er schlägt Brücken vom Dub zu Menschen, die bislang oft wenig in dieses Genre eingetaucht sind oder gänzlich unberührt davon waren. Seine Produktionen werden abgefeiert und genossen. Das ist auch gut so. Seine Platten tun nicht weh, sie fordern nicht heraus, sondern kreieren einen Soundteppich, der ganz wunderbar nebenbei gehört werden kann… im Fahrstuhl, beim Staubsaugen, Kochen, Chillen oder Kiffen. Wer die 70er selbst erlebt hat, kann sich nostalgisch die Klamotten und die Sounds zurück wünschen, die es damals gab. Mitsamt den extrem waghalsigen Mustern und farblich nicht unbedingt zusammen passenden Designs.

Mit “Another Place” begibt man sich wieder in einen Fahrstuhl, wird nett unterhalten, fragt sich aber am Ende, was wirklich bleibt: 3. oder 4. Stock? Pachyman lebt von einem Konstrukt – erkennbar am Sound und dem Artwork seiner Veröffentlichungen, denn da ist er konsequent. Das klingt immer irgendwie fein, wirkt unterm Strich in der erneuten Fortsetzung allerdings etwas gewollt und beiläufig. Und so ist auch der neue Longplayer genau diesem Muster verpflichtet. Er bietet angenehm plätschernde Sounds, unterhält, kommt aber an wirkliche Meister des Dubs nicht heran. Lounge-Dub halt.

Text und Foto: Karsten Frehe

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