Protoje meets Tippy I “In Search Of Zion – A Dub Experience”

Protoje und Tippy I haben sich für eine ganz besondere Erfahrung in der Fabrik eingefunden – eine “Dub Experience” aller feinster Güte. Protoje dieses Mal also nicht mit Band auf der Bühne, sondern in Begleitung des äußerst charmanten und extrem versierten Tippy I (I Grade Records, St. Croix) am Mischpult und den Effekten. Ein mehr als interessantes Projekt, bei dem die Tracks nicht nur einfach abgespielt, sondern in dem Moment live und einzigartig gedubbt wurden. Im Hier und Jetzt also, was schon immer den klassischen Dub unmittelbar und spannend gemacht hat. Insofern wurde sich an diesem Abend auch vor den großen Meistern des Dubs, wie etwa King Tubby, Scientist und Lee Perry, ehrfürchtig verneigt. Zu Recht, denn der Impact dieser spielerischen und experimentierfreudigen Herangehensweise an Musik war (und ist) enorm.

Schön also, Tippy I, nach einem Warmup des Zion Zound Zystems, gekonnt an den Geräten zu erleben. Mit Leichtigkeit und Können verwandelte er Tracks von Dub Judah (“Best Foot Forward”), Samory I, Midnite, Mortimer und etlichen anderen in feine Dubversionen. Direkt vor den Augen und Ohren des anwesenden Publikums. Dabei hatte er das Mischpult leicht nach vorne gekippt aufgebaut, damit man erahnen konnte, was er mit den diversen Reglern erzeugt. Schön war auch, dass er zwischendrin auch eine Empfehlung des Buches “Dub – The Sound Of Surprise” von Helmut Philipps in die Menge schickte. Ein “Must-have” für alle Dub-Fans!

Nach diesem ersten, sehr überzeugenden Teil der Show kam dann der von allen Anwesenden heiß erwartete Protoje dazu. Mit Live-Vocals wurde das Ganze nochmal eine Stufe höher angesiedelt. Protoje zeigte sich dabei wieder einmal in Bestform. Als Sänger und MC lieferte er eine extrem sympathische und entspannte Performance ab. Und Tippy I dubbte, was das Equipment hergab. Neben diversen Tunes des Ausnahmealbums “In Search Of Zion” mit Interpretationen der Zion I Kings, wie “Jah Deliver Me”, “Weed & Tings” und “Switch Up” waren auch Tunes wie “Legend Legend”, “Kingston Be Wise”, “Who Knows” und “No Garantee” im Set dabei. Es blieben also keine Wünsche offen. Besonders passend war auch, dass sich die beiden Künstler etwas erhöht vor der Bühne aufgebaut hatten – also deutlich näher am bzw. im Publikum, was den Abend ebenfalls sehr besonders und nahbar gemacht hat.

Text: Karsten Frehe, Fotos: Peter Stutz

 

1 COMMENT

  1. Nach meiner Erinnerung hat Tippy I erwähnt, dass ihm hier besondere Technik zur Verfügung gestellt wurde. Weiß jemand, welche und woher? Evtl. vom Synthesizer Studio Hamburg?

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