Roger Robinson
“Heavy Vibes”
(Jahtari – 2024)

Der auf Trinidad geborene Schriftsteller und Dub Poet mit Wohnsitz in London gehört zweifelsohne zu den markanten und kämpferischen Stimmen in diesem immer wieder aufkeimenden Genre. Wuchtig und/oder gesungenen drängen sich seine Botschaften in Bauch und Hirn. Was für eine Stimme!

Aktuell hat er sich wieder einmal mit Disrupt von Jahtari zusammen getan, um die Trilogie aus drei Alben zu vervollständigen. Begonnen hat es mit “Dis Side Ah Town” und “Dog Heart City”. Teil 3 liegt nun mit “Heavy Vibes” vor, auf dem zehn Tunes zu hören sind. Die Riddims stammen u.a. von Tapes, Naram, Jura Soundsystem, Maffi und Bo Marley. Sie kommen zumeist – ganz in der Tradition von Jahtari – digital klingend um die Ecke, Atari eben. Bei den beiden ersten Tracks, “Who” und “We Work”, werden die Worte von Roger Robinson von sehr abstrakten Soundscapes untermalt, die den kritischen Inhalt verstärken. Später, u.a. bei “On My Way” (einer der Tracks auf dem der Poet singt), wird der Groove gelegentlich etwas sanfter. Schnittmenge aller Tunes und Riddims ist allerdings eine unbändige Experimentierfreude.

Inhaltlich geht es zumeist um kritische Perspektiven auf die heutige Welt, die eine gefühlt immer üppiger werdende Fülle an Themen bietet. “There’s No Recession In A Rich Man’s House” handelt von der finanziellen Ungleichheit allüberall, denn während Krisenfestigkeit mit Reichtum anfängt, wird die Kluft zur Armut immer größer. Die Tunes kommen mal gesungen als Song daher, dann wiederum als Gedichte, die in Spoken Word vorgetragen werden. Eine gute Mischung, die das Album interessant macht. “Heavy Vibes” ist ein feines, drittes Kapitel, das die Trilogie gut abrundet. Bleibt zu hoffen, dass es ähnlich wie bei “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy” von Douglas Adams zu mehr als nur einer Trilogie in drei Teilen kommen wird.

Karsten Frehe

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