Sister Nancy
“One Two”
(VP Records/Techniques – 2025)
Als Sister Nancy 1982 ihr Album „One Two“ als erster weiblicher DJ veröffentlichte, hätte wohl niemand geglaubt, dass mit „Bam Bam“ einer der populärsten Tracks im Dancehall erschienen war. Das Rolling Stone-Magazin führt „Bam Bam“ als einen der größten 500 Songs aller Zeiten auf. Leider blieb „One Two“ Sister Nancys einziges Album bis 2025 und erst nachdem sie jahrelang als Buchhalterin für eine Bank gearbeitet hatte, bemerkte sie 2014 welchen Erfolg dieser Titel in der Zwischenzeit hatte. „Bam Bam“ war in Filmen wie z. B. „James Bond – Keine Zeit zu sterben“ oder in Werbespots zu hören oder wurde von Superstars wie Rihanna, Beyonce oder Jay Z gesampelt oder zitiert. Daraufhin zog sie vor Gericht und nachdem sie erfolgreich geklagt hatte, ist sie wieder aktiv im Musikgeschäft, war in diesem Jahr auf einigen Festivals zu sehen und veröffentlichte auch wieder ein neues Album.
Das von Winston Riley im Channel One Studio produzierte Album „One Two“ beinhaltet neben dem Überhit „Bam Bam“ einige hörenswerte Tunes des frühen Dancehall, als die Instrumente noch von Musikern wie Sly & Robbie oder den Roots Radics eingespielt wurden. Titel wie „One Two“, „Transport Connection“ oder „Only Woman DJ With Degree“ belegen die Qualität von Sister Nancys Lyrics, die abseits von Slackness das Leben im Jamaika der 80iger Jahre beschreibt. Neben dem allseits bekannten Stalag-Riddim von „Bam Bam“, wurden einige der Instrumentals unter anderem von Yellowman benutzt, der damals ebenfalls von Winston Riley produziert wurde.
Mit „One Two“ hat VP Records ein wichtiges Album des frühen Dancehallstyles wieder verfügbar gemacht.
Peter Stutz















