Soul Sugar meets Dub Shepherds
“Blue House Rockin'”
(Gee Recordings – 2025)

Am Anfang sei gesagt, dass mich der Output von den Dub Shepherds aus Frankreich über die Jahre mächtig beeindruckt. Es gibt echt wenige Crews, die so konstant aktiv sind und auf hohem Niveau herrliche Veröffentlichungen in die Welt hinaus schicken. Bei dem vorliegenden Album kooperieren sie mit Soul Sugar aka Guillaume Metenier an den Keys, der ebenfalls aus Frankreich kommt und genau wie Jolly Joseph, Doctor Charty und Jahno ein Faible für analoge Sounds und Mix-Techniken hat – tief verwurzelt in alten jamaikanischen Traditionen.

Das Album wurde über zwei intensive Tage im Blue House Studio von Christophe “French Kiss” Adam aufgenommen. Zum Einsatz kamen dabei u.a. Mikrophone und anderes Equipment aus den 50er und 60er Jahren. Retro-Liebe also, die “Blue House Rockin'” sehr geerdet klingen lässt. Die Mixe gingen dann mittels eines 24-Track-Tapes in das Bat Records Studio, um dort nochmals mit Vintage-Technik bearbeitet zu werden.

Eine Veröffentlichung also, die eine Hommage an die Vergangenheit jamaikanischer Musik darstellt und sich tief vor den feinen Klängen der damaligen Zeit verneigt. Das wird auch an den versammelten Coverversionen deutlich, die sich ebenfalls in der Vergangenheit verorten. Curtis Mayfields “Give Me Your Love” und Aaron Frazers “My God Has A Telephone” zum Beispiel, bei denen Jolly Joseph seine unverkennbaren Vocaols beisteuert. Er ist ebenfalls auf der originalen Produktion “Hold My Hand” zu hören. Eine tolle Stimme mit viel Gefühl!

Shniece McMenamin, eine zauberhafte Sängerin aus dem UK ist auch mit dabei. Sie ist an den Vocals des Mary J. Blige und Dr. Dre-Covers von “Family Affair” zu hören. Sie hat in der Vergangenheit u.a. mit dem Song “Black Rabbit” zusammen mit Prince Fatty für ein Aufhorchen gesorgt.

Bei einem Mann, wie Guillaume Metenier, der sich den schwarzen und weißen Tasten hin gibt, liegen Kompositionen von Jackie Mittoo nicht weit entfernt. Mit “Disco Jack”, “Choice Of Music” und dem “Drum Song” sind drei Tunes dabei, die den legendären, jamaikanischen Musiker ehren.

“Blue House Rockin’” ist eine Liebeserklärung an die alten, ja vielleicht auch goldenen Zeiten. Wirklich gut gemacht und kurzweilig. Ein Album, das alte und neue Tracks in schönen, neuen Versionen mit viel Liebe präsentiert.

Karsten Frehe

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