Tenor Love
“Little Fairy” – 7 Inch
(U-Vibes – 2026)

Frühlingshaft, leichtfüßig kommt „Little Fairy“ daher.
Der Rhythm ist warm und trägt sofort. Tenor Love fühlt sich hörbar wohl – Stimme und Riddim passen einfach zusammen.

Das Ganze hat so eine angenehme Leichtigkeit. Funktioniert easy im Alltag – Küche, Aufräumen, Fenster auf – und bleibt trotzdem hängen. Kein Tune, der sich aufdrängt, sondern einer, der einfach mitläuft und dabei gut tut.

Wer Tenor Love schon länger hört, merkt: hier hat sich was verschoben. Weniger an Vorbildern entlang, mehr bei sich selbst.
Auch die Produktion von Oriol de Quadras passt dazu. Nichts Überladenes, sondern bewusst reduziert und organisch. Man merkt, dass da jemand mit Ruhe und Anspruch arbeitet. Das zieht sich durch die bisherigen U-Vibes Releases.
Und wer bei ein paar Akkorden kurz denkt: „Ey, das kenne ich doch…“ – ja, stimmt auch. Da schimmern ganz schön deutlich Vibes von Ramsey Lewis’ „Mi Compassion“ durch. Und wir kennen die Piano-Akkorde von “Free Soul” von Jackie Mitto und/oder “Brotherman” von Bitty McLean.

Die Dub-Version auf der B-Seite geht dann nochmal einen Schritt weiter runter. Ruhig, fast ein bisschen melancholisch, aber genau richtig, um die Stimmung vom Original aufzunehmen und weiterzuführen.

Am Ende ist „Little Fairy“ kein großer Knall. Aber ein richtig schöner Tune, der sich schnell einschleicht und bleibt.

Christian Bautze-Boeke

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