UFO Collective
“Out From Outaspace”
(Sir Runnin’ Records – 2026)
Mit “Out From Outaspace” legt das UFO Collective, auch bekannt als Unlisted Fanatic Outaspace Collective, ein interessantes Debütalbum vor. Gegründet wurde das Kollektiv von dem Produzenten Unlisted Fanatic, der Sängerin MariJah und den Moonshine Horns in Belgien. Gemeinsam laden sich die Beteiligten andere Musiker*Innen ein, um das Klangspektrum zu erweitern. Aktuell sind dies neben MariJah u.a. die Sänger Saah Karim, Saimn-I und Ameh Fasi.
Saah Karim hat zuvor u.a. mit Amoul Bayi Records aus dem Senegal zusammengerabeitet. Bei dem flotten Afrobeat-Track “Blackman – Tribute To Fela” mit über 10 Minuten Länge, bei dem vor allem die Bläsersätze und Perkussion dominieren, kommt er nach fast fünf Minuten, also in der zweiten Hälfte, mit senem rauchig-rauen Gesang zum Zug.
Das UFO Collective experimentiert sehr gerne und testet Grenzen. Die Melange von Dub mit anderen Einflüssen aus Afrobeat, (äthiopischem) Jazz und vielen weiteren Genres lässt einen mit jedem neuen Track andere Klangwelten erkunden. Fast immer tauchen afrikanische Klänge auf, werden aber durch andere Elemente angereichert, die mal mehr, mal weniger Gewicht bekommen. Man höre sich zum Beispiel “Neptune’s Moon” am Ende des Albums an. Die Basis ist hier langsamer Dub Techno mit schönen, äußerst flächigen Soundscapes, die mit Perkussion zum Schwingen gebracht werden. Schön ist auch das das Trompetenspiel von Kris, das nach circa vier Minuten aus dem Nichts auftaucht. Der Track zählt zu meinen persönlichen Favoriten des Albums.
Zwei weitere Titel seien euch ebenfalls besonders ans Herz gelegt: “Free Your Mind” eröffnet als Steppers-Tune den Reigen mit dem schönen Gesang von MariJah. Der Song von 2023 wartet ebenfalls mit einigen jazzigen Elemente auf. Ein Track für den Soundsystem-Einsatz. Zudem ist für meine Ohren “Art Of Conversation” sehr spannend, da hier die Bläser irgendwo zwischen äthiopischem Jazz und Klezmer changieren. Aber hört selbst – es gibt einige Klangfarben zu entdecken. Das Album gibt es bei Unlisted Fanatic auf Bandcamp.
Karsten Frehe















