Venice Beach Dub Club
“VBDC II: Time Marches On”
(Starry Music – 2025)

Wer schon einmal auf der Promenade an der Venice Beach im Stadtteil Venice von Los Angeles entlang gewandelt ist, hat sich sicher ein Bild von dem bunten Treiben machen können. Es gibt irgendwie nichts, was man dort nicht sehen und erleben kann. Nette Cafés, coole Buchläden, wilde Typen und viel Musik. Das Ganze in einer entspannten Atmosphäre – zumindest dann, wenn der Strand nicht von Touristen überflutet ist.

Die Kalifornische Band Venice Beach Dub Club ist in der Gegend zuhause und legt mit “VBDC II: Time Marches On” den zweiten Longplayer vor. Die Band um den Sänger und Songwriter Seth Caro hat sich drei Jahre Zeit gelassen, um gemeinsam mit Gary “Big G” Larason (Gitarre/Produzent) und Benji Hamlin (Bass) an den Songs zu arbeiten. Dabei sind sie ganz ähnlich wie viele Bands aus den USA stilistisch vielfältig ans Werk gegangen, man denke da z.B. an Stick Figure oder die Tribal Seeds. Als musikalischen Eklektizismus kann das auch bezeichnet werden. Angereichert mit einer großen Portion Sonne und Coolness gelingt allen Beteiligten ein kurzweiliges Album. Große Überraschungen oder gar Ecken und Kanten sind dabei nicht zu finden. Die 15 Tracks sind unterhaltsam, bearbeiten eher leichte Themen und kommen dabei angenehm um die Ecke. Gleich mehrmals geht es um das Kiffen, so z.B. bei “I Love The Herb” auf dem Marlon Asher als Gast zu hören ist oder beim sanft-schunkeligen Tune “Smoke Em If You Got Em”. Passt also auch nach Kalifornien und vor allem nach Venice.

Neben Reggae als Hauptbestandteil, wird mit “Time Marches On” ein schöner Ska-Tune geboten, “Wild & Free” rutsch dann sogar ein wenig in Richtung Punk. Hinzu kommen Folkelemente (“Good Advice”), gelegentliche Hip Hop-Anleihen – auf “Find Out” ist z.B. Dizzy Dustin (von Ugly Duckling) als Gast zu hören – und andere Spielereien. Der nicht ganz untypische US-Reggae-Sunshine-Sound mit Crossover-Tendenzen also. In Sachen Dub ist allerdings neben dem dezenten Einsatz von entsprechenden Techniken bei einigen Songs nicht viel zu finden.

Karsten Frehe

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