Ammoye
“Baby I Love You So”
(Echo Beach – 2016)
In diesem Sommer ist Ammoye, eine in Toronto lebende Sängerin mit jamaikanischen Wurzeln, in Europa unterwegs und u.a. auf dem Reggae Jam und dem Ostroda Reggae Festival live zu erleben. Mir ist sie zuerst auf dem Album “Renegade Rocker” von Dubmatix mit dem Track “Push” aufgefallen, bei dem sie u.a. zusammen mit Kulcha Ites am Mikro zu hören ist. Das war 2009 und ist schon eine Weile her. Seitdem hat sich die Kanadierin unermüdlich um ihre Karriere gekümmert. Über Dubmatix kam sie zum Label Echo Beach aus Hamburg, auf dem bereits etliche Tunes erschienen sind. Mit “Baby I Love You So” wird nun eine umfassende Retrospektive der Arbeiten präsentiert, die Ammoye im Laufe der Jahre für und im Auftrag des Labels geschaffen hat.
Es geht bei dieser Zusammenstellung um viele Coverversionen altbekannter Songs, aber auch darum, die Sängerin mit all ihren stimmlichen Facetten nochmal vorzustellen. Ammoye ist stilistisch vielfältig und sowohl im Soul, R’n’B als auch im Reggae zuhause. Zusammen mit den Black Oak Roots Allstars und aDUBta hat sie vor zwei Jahren den Track “Baby I Love You So” von Jacob Miller besucht und zu neuem Leben erweckt – eine Kooperation, die zum Titel dieser Veröffentlichung wurde. Zudem sind u.a. Versionen von “Baltimore” (Randy Newman), “Ain’t No Sunshine” (Bill Withers – in der Reggaewelt auch bekannt durch die feine Version von Ken Boothe), “(Sittin On) The Dock Of The Bay” (Otis Redding – in der hier präsentierten Version von dem Album “Dub Stax”) oder “Walking In The Rain” (Grace Jones) zu hören.
Nun mag man bei Coverversionen immer etwas skeptisch sein, weil der Mitsingeffekt wohlwollend einkalkuliert wurde, so aber versierte Musiker und Produzenten, wie z.B. aDUBta, The Senior Allstars, Rob Smith, Adam Prescott meets Soul Sugar oder Kleer dabei sind und ausgelatschte Pfade auch (gelegentlich) mal verlassen werden, kann man auf jeden Fall neue, interessante Impulse entdecken. Und Ammoye als Sängerin sowieso.
Karsten Frehe















