David Walters
“Ti Love”
(Heavenly Sweetness – 2026)

David Walters, der “Global Singer”, wurde euch hier bei IrieItes.de schon 2023 ans Herz gelegt. Anlass war sein “damals” aktuelles, sechstes Studioalbum “Soul Tropical”. Eine feine Veröffentlichung. Nun liegt mit “Ti Love” der Nachfolger vor, ein sehr persönliches Album, an dem der Franzose drei Jahre lang gearbeitet hat. Der Musiker hatte sich in einem kleinen Dorf auf Martinique niedergelassen, nachdem er dort die Asche seiner Mutter verstreut hatte. Ein Ort des Abschieds, der Kontemplation und des Neubeginns. Nach und nach entstanden die Songs für “Ti Love”, auch beeinflusst durch einen Aufenthalt in der lebhaften “Manoir des Aristes”, einer Künstlerresidenz in Fort-De-France.

Nach dem Schreibprozess hat sich David Walters nochmal an die Songs gesetzt, sie überarbeitet und Teile neu geschrieben. Eine ReVision also noch bevor “Ti Love” in der nun vorliegenden Version erscheint. Die künstlerische Leitung hat GUTS übernommen, ein Produzent der ebenfalls für seine globale, musikalische Vielfalt bekannt ist. Als weitere Produzenten kamen Captain Planet, Izem, Art Of Tones, Bluestaeb und Blundetto hinzu. Viele Köche also, die zusammen mit allen Beteiligten ein schmackhaftes Menü zusammen geköchelt haben. Der Titelsong eröffnet das Album und gibt die Richtung vor. Sanfte Gitarrenklänge werden mit schnelleren, afrikanischen Rhythmen gepaart und erzeugen eine angenehme Stimmung, ja vielleicht sogar Wärme. Für den Song hat sich David Walters Fatoumata Diawara als Gast eingeladen – beide Stimmen harmonieren wunderbar. Die weiteren zehn Songs knüpfen hier an, kommen mal schneller, mal langsamer um die Ecke, verbreiten aber die gleiche, entspannte Grundstimmung. Schnell muss ja nicht mit Hektik gleichgesetzt werden.

Für die erste Singleauskopplung “Kité Koulé” konnte der nigerianische Sänger und Gitarrist Keziah Jones gewonnen werden. An dessen Megahit “Rhythm Is Love” aus dem Jahr 1993 werden sich ältere Semester bestimmt erinnern. “Kité Koulé” kommt als elektrisierender Disco-Funk Song daher und geht edel in Bauch und Beine.

Der französische Produzent Blundetto steuert mit “Voodoo Love” einen Reggaesong hinzu, der sehr harmonisch eingekleidet als “Schmusereggae” bezeichnet werden kann. Ganz am Ende des Albums zeichnet Blundetto auch für “Bon Voyage” verantwortlich. Der Song ist ein Abschied von Davids Mutter – sehr reduziert gehalten und stimmungsvoll. Ein intimer Abschluss eines rundum schönen Albums.

Karsten Frehe

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