King Size Dub 24
(Echo Beach – 2024)

Das erste Kapitel der „King Size Dub“-Reihe erschien bereits 1995. Seitdem hat sie auf der Welt viel Beachtung gefunden, wenn es um Bässe, Hall und Echo ging. Die Serie wurde konstant fortgesetzt, sodass nun mit „King Size Dub 24“ eine neue Ausgabe an den Start geht. Das neue Kapitel, jetzt einmal passend zur Jahreszahl mit “24” nummeriert, was zuvor nicht immer der Fall war, legt in Sachen Vielfalt eine ganze Menge vor. Auf insgesamt 17 Tracks wird gezeigt, was Dub so alles zu bieten hat.

Den Start machen Noiseshaper, die sich für ihren äußerst tanzbaren Tune “Reality In The Dark” den Sänger Simple Straw eingeladen haben. Gemeinsam geht es mit viel Groove auf die Tanzflächen der Welt. Macht auf jeden Fall Spaß! Direkt nach dem Opener geht es atmosphärisch deutlich ruhiger zur Sache, denn Sharon Marley und Big Youth liefern mit “Steppah” ein schönes Liebeslied ab (hier im Dubmatix Dub Remix). Besonders hat mich gefreut, bei der Compilation auf den großartigen Blundetto anzutreffen. Gemeinsam mit Soul Sugar geht es auf dem Track “Don´t Cry …; It´s Only The Rhythm” mega entspannt zur Sache – ein Stück Musik für einen angenehmen Sonntagmorgen.

Richtig gut kommt “Greter Than Dub” daher. Philipp Greter lässt den Dub ruhig angehen, um dann, nach ziemlich genau einer Minute, den Turbo zu zünden und in noch psychedelischere Sphären zu transzendieren. Klingt ganz so, als ob er dabei von seinen Bandkollegen von Dub Spencer & Tranche Hill Unterstützung bekam. Ich verneige mich jedenfalls mit viel Respekt. Selbstverständlich sind auch Dub Spencer & Trance Hill mit einem neuen Tune vertreten. Mit “Dub Queen” knüpfen sie an ihr letztes Album “Imago Cells” von 2022 nahtlos an.

Felix Wolter ist gleich zwei Mal mit dabei. Als TVS zollt er einem der Wegbereiter in Sachen elektronischer Musik in Deutschland Respekt: Klaus Schulze. Der Ausnahmemusiker verstarb 2022 und hinterließ ein umfangreiches und interessantes Œuvre. TVS feat. Klaus Schulze “Test. Dept.” zeugt von einer tiefen Verehrung seitens des Dubmasterminds aus Hannover. Als Dubvisionist liefert Felix Wolter ein elegantes Dubstrumental, dem Namen entsprechend ganz ohne Vocals, der dänischen Band Total Hip Replacement am Ende des Albums ab. Der Song “Try” vom neuen Album “Would It Be The Same” zeugt auch in dieser Form von der hohen musikalischen Qualität der Dänen – mit feinen Grooves, schönen Basslines, beeindruckenden Bläsersätzen etc.. Mit viel Fingerspitzengefühl und Know How hat der Dubvisionist den Track gedubbt und damit eine zweite, ebenfalls schillernde Fassung erschaffen.

Rootsreggae-Klänge kommen von aDUBta und den Black Oak Roots Allstars. Im März 2024 erschien zusammen mit Ammoye ein Remake des Klassikers “Baby I Love You So” von Jacob Miller. “Baby I Love You So (Dub You Too)” ist eine neue Dubversion für die aktuelle Compilation, die zwar mit 2:27 Minuten recht kurz ist, aber dafür den Riddim prägnant auf das Wesentliche reduziert. Und das aDUBta fein dubben kann steht ja eh außer Frage.

Weiterhin sind die New Blade Runners Of Dub meet Dubblestandart, Dubmones, Dub Syndicate (“God is a Man” im kraftvollen Dubmatix Steppers Remix), Cpt. Yossarian, Illbilly Hitec (“Seven Seas” im Deadbeat Remix, der den Sound des Originals in ganz andere Welten schickt), Dubinator meets Alien Levi, Soul Sugar und Oliver Frost mit dabei. 17 Tracks, bei denen es viele verschiedene Geschmäcker und Gewürze zu entdecken gibt. Macht euch also, so ihr wollt, auf eine Expedition in Sachen Dub. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Karsten Frehe

https://orcd.co/ksd24

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