Groundation
“Candle Burning”
(Young Tree Records/Baco Records)

Zieht man in Betracht, dass es bei Groundation noch nie um Musik von der Stange, sondern um ausgeklügelte Arrangements und Inhalte ging, ist es schon erstaunlich, drei Jahre nach dem letzten Album “One Rock” (2022) und dem Dub-Nachfolger “Dub Rock” (2024) den neuen Longplayer “Candle Burning” in den Händen zu halten. Aufgenommen wurden die Songs im ICP Studio in Brüssel. Gemixt und gemastert hat wieder einmal der großartige Jim Fox.

Gleich mit dem Opener “Energy” wird klar, dass die kalifornische Band um Harrison Stafford genau damit weitermacht, womit sie über all die Jahre bekannt geworden sind und sich einen legendären Ruf erspielt haben: anspruchsvolle Kompositionen vereinen die Wurzeln von Roots Reggae mit der Virtuosität und Spielfreude des Jazz. Klanglich begibt man sich also wieder auf eine Reise mit etlichen unerwarteten Wendungen, Polyrhythmik und extrem versierten Musiker*Innen, die das Album, wie zu erwarten war, zu einem weiteren Highlight der Band werden lassen. Als Gäste haben sie sich dieses Mal Alpha Blondy und Mykal Rose auf dem Track “The Youth”, den Sänger und Dub-Poeten Mutabaruka (“The Light”) und Thomas Mapfumo (“Holding On”) eingeladen. Gerade der Beitrag von Mutabaruka auf dem äußerst abwechslungsreichen Track “The Light” geht unter die Haut. Thomas Mapfumo aus Simbabwe, welcher aufgrund der politischen Situation in seinem Land seit 2005 in den USA lebt, ergänzt bei “Holding On” afrikanische Elemente. Harrison Stafford und die Sängerinnen Thamar Williams und Kerri-Ann Lewis brillieren ebenfalls wieder. Und mit ihnen auf jeden Fall die gesamte Band mit ultratiefen Riddims, verspielten und vertrackten Passagen, feinen Soli und einer überbordenden Spielfreude. Hut ab!

Karsten Frehe

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