Hornsman Coyote & Soulcraft “Safe Planet” (Ammonite Records)

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Hornsman Coyote & Soulcraft
“Safe Planet”
(Ammonite Records – 2016)

Über Hornsman Coyote bin ich zum ersten Mal beim Ostroda Reggae Festival 2009 in Polen gestolpert. Ein etwas skurriler, feiner Mensch, der an der Posaune unglaublich gut ist und schon zu dem Zeitpunkt gerne gesehener Gast bei namhaften Acts, wie etwa Iration Steppas, war. Mittlerweile hat er weitere Beispiele dafür abgeliefert, dass er sowohl an der Posaune als auch mit seinem Gesang einen wichtigen Beitrag zum Reggae leisten kann. Dabei fasziniert mich vor allem immer wieder das einzigartige Posaunenspiel des Serben, das ihn auszeichnet und auf jeden Fall wiedererkennbar ist. Wir von Irie Ites Music haben mittlerweile vier Tunes von ihm auf 7 Inches gemacht (“Irie Pilot” mit Dubmatix, “Peace” mit TVS sowie die Kombination von ihm und Jah Mason bei “Belly Of The Beast” plus “Seems Like Revolution”). Auch bei Aldubb in Berlin war er bereits ein gerne gesehener Gast. Weltweit bekannter dürfte er durch seinen Beitrag zu Lee Perrys Album “Back On The Controls” geworden sein.

Ein vielseitiger Musiker also, der die Welt bereist und sich selbst gerne als “Reggaenomade” sieht. Seine Basis hat er jedoch nach wie vor in Serbien. Vor Ort ist er Frontmann von Eyesburn, die mit einem Crossover von Metal, Punk und Reggae mächtig Dampf machen. Parallel dazu ist er der Kopf von Soulcraft, mit denen er bereits 2014 das selbst betitelte Debütalbum auf den Markt brachte. Hier geht es auf jeden Fall um Rootsreggae. Mit “Safe Planet” legen die Südosteuropäer jetzt ein weiteres Album nach.

“Safe Planet” ist ein grundsolides Rootsreggaealbum geworden. Fein entspannte, tief geerdete Riddims (wie etwa beim Opener “Selah” oder bei “Rise”) und sehr eindrucksvolle Bläsersätze mit gleich zwei Posaunen dominieren den Longplayer. Gelegentlich taucht auch eine Querflöte im Mix auf. Die auf Englisch vorgetragenen Lyrics bewegen sich durchweg im Rootsbereich. Vergleicht man das neue Album mit dem Vorgänger so fällt auf, dass die Band über die Jahre noch mehr zusammengewachsen ist und an einem tighten Sound gearbeitet hat. Den kriegt die achtköpfige Band wirklich fein hin. Etwas schwächer ist lediglich ihr Keith Hudson Cover “Angry”.

Hornsman Coyote & Soulcraft zeigen neben vielen andere Bands, wie bedeutend Rootsreggae in Südost- und Osteuropa schon seit langen Jahren ist. Und auf welch hohem Niveau hier musiziert wird! Zudem wird nicht einfach abgekupfert, sondern immer wieder fließen eigene Akzente in die Musik mit ein. Und, ich wiederhole mich, in Punkto Bläsersätzen ist hier viel zu entdecken.

Es wird Zeit, dass Hornsman Coyote & Soulcraft auch hierzulande mal live zu erleben sind. Einige Dates für 2016 stehen schon. Vielleicht gibt sich ja der eine oder andere weitere Booker noch einen Ruck!?

Karsten Frehe

Karsten

About Karsten

Founder of the Irie Ites radio show & the Irie Ites Music label, author, art- and geography-teacher and (very rare) DJ under the name Dub Teacha. Host of the "Foward The Bass"-radio show at ByteFM.