Stonebwoy “Bawasaaba” (Zylofon/Burniton)

Stonebwoy ist meines Erachtens eine der 100 interessantesten Popkultur-Personalities unserer Zeit. Geboren 1988 in Ghana, studierte Marketing. Nutzt Patois-Sprachbrocken in seinen Texten. “Pretty girls like mi ting-a-ting” kommt dabei zum Beispiel heraus. Ich finde seine Musik auf eine gewisse Art süß. Sie ist nicht aufgeregt – aber sie ist auch nicht introvertiert, unnahbar oder cool. Sie kann einen sehr leicht anspringen, wenn man für Dancehall, westafrikanische Musik, Neo-R’n’B, Afrotrap, Electropop, aktuelle Afrobeats oder Deephouse eine Vorliebe pflegt.

Stonebwoy – Epistles of Mama (das aktuelle Album)

Sein Musikrezept gilt mittlerweile als Marke. Die Songs funktionieren deswegen in diversen Kollaborationen, ob mit der Soca-Sängerin Fay-Ann Lyons aus Trinidad oder mit seinem ghanaischen Kollegen Sarkodie, der mit ihm das letzte Schuljahr auf der Highschool teilte. Mit Fay-Ann Lyons schaffte er es unter 1.380 Singles von 2017 auf den 136. Rang meiner Charts, punktete gerade unter den Duetten. Nun ist Kwame Appia wieder dran, geboren 1992. Unter dem Namen StreetBeatz ist er ein gefragter Producer in Ghana. Er kennt sich gut mit Softwares und Programmierung aus. Schon vor fünf Jahren, auf den ersten Singles von Stonebwoy, war StreetBeatz sein Produzent.

Drei Alben – 60 Tracks – Output-technisch erinnert der Stonebwoy fast schon an Prince. Die aktuelle Single “Bawasaaba” ist, so weit ich die Sprache heraushören kann, auf Ashanti Twi gesungen. Das dritte Album “Epistles Of Mama” erschien Ende 2017. Stonebwoy tritt auf dem Summerjam 2018 auf. Auch wenn man die Musik spontan nicht mag, lasst sie mal in einer solchen Situation wirken wie bei diesem großen Festival…. Und wenn man neugierig auf der Suche nach neuartigen Klängen ist – Stonebwoy holt einen vielleicht nicht von Moment Eins an ab, aber oft auch nach mehrmaligem Hören. Try & check it out!

Philipp Kause

Philipp Kause

About Philipp Kause

Philipp hat Musikethnologie studiert und verschiedenste Berufe in Journalismus, Marketing, Asylsozialberatung und als kaufmännischer Sachbearbeiter ausgeübt – immer jedenfalls stellt er Menschen Fragen. Er lebt zurzeit in Nürnberg, wo er die Sendung „Rastashock“ präsentiert, die seit 1988 auf Radio Z läuft.